++ Verrückte Börsen – 150 Prozent Potenzial ++

Gold: Der Preis fällt unter 4.300 Dollar – Iran, Öl und die Fed erklären den Absturz

Gold: Der Preis fällt unter 4.300 Dollar – Iran, Öl und die Fed erklären den Absturz
Foto: Shutterstock Gen AI/Shutterstock
Gold XAU/USD Spot Rate -%
Ingo Nix Heute, 07:18 Ingo Nix
Logo: DER AKTIONÄRJetzt bei Google bevorzugen
Top-Analysen. Direkt für Sie. Bei Google.
  • Unsere Analysen ganz oben bei Google
  • Kostenlos schneller informiert
  • Jederzeit anpassbar

Amerikanische Angriffe im Iran, Vergeltung aus Teheran, Brent-Öl über 95 Dollar – und das Krisenmetall verliert fast sechs Prozent in vier Tagen. Der Grund liegt nicht in Nahost, sondern am Anleihemarkt.

Am Dienstag flogen amerikanische Kampfjets erneut Angriffe auf Ziele der Revolutionsgarden im Iran, Teheran meldete Vergeltung, Brent-Öl kletterte bis Mittwoch über 95 Dollar. Es ist die Nachrichtenlage, in der Gold sonst steigt. Diesmal fiel es: fast sechs Prozent in vier Handelstagen, am Mittwochmorgen auf 4.300 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit gut drei Wochen.

Gold: Warum der Krisenreflex ausfällt

Gold zahlt keine Zinsen. Sein Preis hängt deshalb weniger an der Angst als daran, was ein Anleger bekommt, wenn er sein Geld stattdessen in Anleihen steckt – an den Opportunitätskosten. Dort setzt der Ölpreis an: Teure Energie fließt direkt in die Inflationsraten, und je hartnäckiger die Inflation, desto eher muss die Fed die Zinsen anheben statt senken. Vor der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole preiste der Terminmarkt für die September-Sitzung rund 36 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein, am Dienstag waren es gut 66 Prozent.

Der zweite Druckpunkt kommt vom Rentenmarkt. Die Renditen der Staatsanleihen sind weltweit auf den höchsten Stand seit 2008 geklettert, die zehnjährige US-Staatsanleihe notiert so hoch wie zuletzt im Januar 2025, in Japan liegt die Zehnjahresrendite erstmals seit 1996 bei drei Prozent. Zwei Drittel der von Bloomberg befragten Marktteilnehmer halten fünf Prozent bei der US-Zehnjährigen noch in diesem Jahr für erreichbar. Parallel zog der Dollar-Index auf 99,65 an und verteuerte die Unze für ausländische Käufer.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Debasement Trade: Woher die Augustrally kam

Der Rückschlag trifft ein Metall mit knapp zehn Prozent Plus im August, dem stärksten Monat seit Januar. Ausgelöst hatte die Rally die Ausweitung der Anleiherückkäufe durch das US-Finanzministerium. Anleger lasen darin die Sorge vor ausufernden Staatsschulden und schleichender Geldentwertung, im Marktjargon Debasement Trade genannt. Diese Liquiditätsspritze habe die Goldkäufe zunächst befeuert, hält die australische Bank ANZ fest; die Wende bei Renditen und Dollar bremse den Schwung nun.

Steigende Renditen sind hier kein Zeichen von Stärke, sondern Ausdruck eben jenes Schuldenproblems, das den Debasement Trade trägt. Die Nachfrage der Notenbanken nach Gold ist weiterhin ungebrochen.

Termine: Diese drei Daten entscheiden

Am Mittwoch kommt der ADP-Bericht, am Freitag, dem 4. September, der Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics, am 15. und 16. September tagt die Fed. Ein schwacher Arbeitsmarkt würde der Zinserhöhung die Grundlage nehmen und den Goldpreis wieder beflügeln.

Gold fällt nicht, weil die Krise nachlässt, sondern weil der Ölpreis die Fed in die entgegengesetzte Richtung schiebt. Solange Renditen und Dollar steigen, kostet das zinslose Metall Rendite. Achten sollte man hier auf drei Faktoren: den Ölpreis nach jeder Meldung von der Straße von Hormus, die zehnjährige US-Rendite nahe der 5-Prozent-Marke und die Zinserwartung für die Fed-Sitzung am 16. September.

Bleiben Sie bei Gold, Silber und Minenaktien immer auf dem Laufenden. Abonnieren Sie das Goldtelegramm – kostenlos und unverbindlich.
Erhalten Sie einmal wöchentlich die Einschätzung unseres Goldexperten Markus Bußler.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Gold - $

Aktuelle Ausgabe

Börsenboom trotz Krisen: Wo jetzt die Chancen liegen

Nr. 36/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: Whisky – Flüssiges Gold

Whisky ist mehr als Genuss – er ist eine eigenständige Anlageklasse. In „Whisky – Flüssiges Gold“ zeigt Philipp Racher, wie Einsteiger und Fortgeschrittene ein Whisky-Portfolio aufbauen: von Destillerie- und Jahrgangsselektion über Einkauf, Lagerung und Versicherung bis zu Handel, Auktionen und Exit. Mit Checklisten, Bewertungsmethoden und Fallstudien erklärt er Renditetreiber, typische Fallen und Strategien zur Absicherung. Ein praxisnaher Leitfaden für alle, die Sachwerte lieben und mit seltenen Abfüllungen nachhaltig Vermögen aufbauen wollen.

Whisky – Flüssiges Gold

Autoren: Racher, Philipp
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 23.07.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-087-4

Preis: 29,90 €