Gold bleibt gefragt. Der schwächere Dollar und neue Sorgen um die US-Staatsfinanzen treiben Anleger in den sicheren Hafen. Doch statt einfach auf steigende Kurse zu wetten, greifen professionelle Investoren zunehmend zu ausgefeilteren Optionsstrategien. Sie wollen vom nächsten Anstieg profitieren, gleichzeitig aber die Kosten und das Risiko begrenzen.
- Gold ist im August rund zehn Prozent gestiegen.
- Anleger setzen zunehmend auf günstigere Call-Spreads statt klassische Call-Optionen.
- Auch Bitcoin profitiert vom schwächeren Dollar – doch ein Teil der Rally dürfte auf Short-Liquidierungen zurückgehen.
Auslöser für die jüngste Bewegung am Goldmarkt sind unter anderem die Pläne des US-Finanzministeriums. Finanzminister Scott Bessent will die Rückkäufe bereits ausstehender US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren deutlich ausweiten. Das Volumen soll auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation steigen. Die Maßnahmen sollen den Markt für langlaufende Anleihen stabilisieren und den Druck auf die langfristigen Finanzierungskosten der USA reduzieren.
Für Goldanleger hat der Schritt allerdings eine zweite Seite. Die Aussicht auf stärkere Eingriffe in den Anleihemarkt und Sorgen um die US-Finanzpolitik nähren Befürchtungen vor einer schleichenden Entwertung des Dollars. Gold profitiert traditionell von einem schwächeren Greenback, weil das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger wird.
Gold-Bullen bleiben optimistisch
Die Rally ist entsprechend kräftig ausgefallen. Gold legte im August zeitweise rund zehn Prozent zu und kletterte über 4.700 Dollar je Feinunze. Damit steuerte das Edelmetall auf den stärksten Monatsgewinn seit Januar zu. Am Freitagmorgen kostet die Feinunze rund 4.443 Dollar. Doch die Prognosen sehen auch künftig weiter steigende Preise. Sogar 10.000 Dollar sind Experten zufolge langfristig nicht unrealistisch.
Doch die Stimmung ist nicht mehr ganz so euphorisch wie zu Jahresbeginn. Das zeigt sich am Optionsmarkt. Anleger setzen weiterhin auf steigende Goldpreise, wollen dafür aber weniger bezahlen und gleichzeitig das Risiko begrenzen.
Eine beliebte Variante dafür sind sogenannte Call-Spreads. Dabei kauft der Anleger eine Call-Option mit einem niedrigeren Basispreis und verkauft gleichzeitig einen Call mit einem höheren Basispreis. Die vereinnahmte Prämie des verkauften Calls reduziert die Kosten der Position. Der Nachteil: Steigt Gold stärker als erwartet, ist der maximale Gewinn begrenzt.
Die Strategie passt zur aktuellen Marktlage. Die Volatilität bei Goldoptionen ist während der Rally zwar gestiegen, liegt aber weiterhin unter dem Niveau des ersten Quartals. Am Markt wird damit offenbar nicht mit einem ungebremsten Höhenflug gerechnet. Stattdessen sehen Händler Potenzial für einen weiteren Anstieg in Richtung einer Spanne von etwa 4.900 bis 5.300 Dollar.
Profianleger greifen zu exotischen Wetten
Institutionelle Anleger gehen teilweise noch einen Schritt weiter. Sie setzen auf komplexe Konstruktionen, bei denen Gold mit anderen Anlageklassen kombiniert wird.
Dabei können beispielsweise Gold und Währungspaare wie Dollar-Yen oder Dollar-Schweizer Franken miteinander verknüpft werden. Andere Produkte beziehen zusätzlich den Ölpreis ein. Die Idee dahinter: Je mehr Bedingungen erfüllt sein müssen, desto günstiger kann die Option strukturiert werden. Gleichzeitig sind bei einem Treffer hohe Auszahlungen möglich.
Für Privatanleger sind solche Konstruktionen allerdings kaum geeignet. Denn selbst eine richtige Einschätzung des Goldpreises reicht nicht zwangsläufig aus. Entwickelt sich etwa der Dollar-Yen-Kurs anders als erwartet, kann die gesamte Wette scheitern.
Übrigens: Mehr zum komplexen Thema Optionshandel erfahren Sie im Buch „Erfolgreich Optionen handeln“. Die Finanzanalytikerin Julia Spina führt Anleger darin von den Grundlagen des Optionshandels bis hin zu Strategieaufbau und Portfoliomanagement auf wissenschaftlicher Basis durch die Welt der Optionen.
Gold ist immer eine gute Depotbeimischung. Deutlich einfacher als komplexe Optionsstrategien ist es jedoch, einfach auf den Best of Gold Miners Index zu setzen. Dieser hat sich seit der Auflegen mehr als verdreifacht. Die heißesten und aussichtsreichen Goldminen-Aktien erfahren Sie exklusiv im Börsenbrief Goldfolio.
Heute, 10:45
Bei Google bevorzugen