28.05.2019 Michel Doepke

Gentherapie-Hoffnung Biomarin im Wechselbad der Gefühle – was macht die Aktie?

-%
BioMarin Pharmaceutical
Trendthema

Gentherapien wird großes Potenzial nachgesagt. Nicht umsonst haben beispielsweise Roche und Novartis Milliardenbeträge in die Hand genommen und die Fühler nach Spark Therapeutics respektive AveXis ausgestreckt. Auch Biomarin gilt aufgrund einer vielversprechenden Gentherapie gegen Hämophilie A in Branchenkreisen als heißer Übernahmekandidat. Doch mit einem Update zum laufenden Projekt kann Biomarin nicht gänzlich überzeugen.

Gemischtes Datenpaket

Biomarin setzt bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit schwerer Hämophilie A auf die Gentherapie Valoctocogene Roxaparvovec. Im Rahmen der Phase-3-Studie gab die Biotech-Gesellschaft nun ein Langfrist-Update. Doch die Daten hinterlassen einige Fragen.

Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass die Daten für die Einreichung eines Zulassungsantrages ausreichen. Biomarin will sich nun mit den zuständigen amerikanischen und europäischen Behörden treffen, um die weiteren Schritte hin zur Zulassung zu besprechen. Im dritten Quartal wird Biomarin dazu ein Update geben, wann mit der Einreichung der Anträge zu rechnen ist. Nach Bekanntgabe der Daten befindet sich die Biomarin-Aktie auf Achterbahnfahrt.

Quelle: Biomarin

Fokus auf seltene Erkrankungen

Biomarin ist mit einer Vielzahl an Produkten gegen seltene Erkrankungen am Markt, darunter auch Brineura gegen Kinderdemenz oder Kuvan gegen die Phenylketonurie.

Quelle: Biomarin

Das Unternehmen kratzt an der Gewinnschwelle, mit der Hämophilie-Gentherapie könnte Biomarin nachhaltig in die schwarzen Zahlen vordringen.

Analysten bleiben optimistisch

In einer ersten Analyse verhalten sich die Analysten nach dem Gentherapie-Update positiv. Piper beispielsweise bestätigt das Rating "Overweight" mit einem Kursziel von 120 US-Dollar. Die Kursschwäche nach den Valrox-Daten sei völlig fehl am Platz.

DER AKTIONÄR hat sich indes mehr von den Daten erhofft. Biomarin befindet sich seit Februar 2018 auf der Empfehlungsliste und liegt ausgehend vom Empfehlungskurs bei 68,07 Euro leicht im Plus, aktuell büßt die Aktie rund vier Prozent ein. Investierte Anleger halten nach den gemischten Resultaten weiter an den Papieren fest, beachten jedoch den Stopp bei 65,00 Euro.