22.08.2019 Maximilian Völkl

General Electric nach dem Schock – was jetzt?

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General Electric
Trendthema

Nach eher ruhigen Monaten steht die US-Industrie-Ikone General Electric seit vergangener Woche an der Börse wieder im Rampenlicht. Die Vorwürfe, dass der Konzern seine Bilanzen milliardenschwer manipuliert hat, haben die Aktie zwischenzeitlich wieder abstürzen lassen. Der Kurs bleibt volatil – trotz Dementis konnte das Unternehmen den Anlegern die Angst bislang nicht nehmen.

Laut den Vorwürfen von Harry Markopolos beträgt das Volumen der Manipulationen bei GE 38 Milliarden Dollar. Zu Wochenbeginn hat der Industriekonzern sich zwar erneut gegen die Anschuldigungen zur Wehr gesetzt. „Wir agieren mit absoluter Integrität und stehen hinter unseren Finanzberichten“, sagte Investor-Relations-Chef Steve Winoker am Montag.

Die Vorwürfe (...) sind völlig falsch und irreführend.

GE-Sprecherin zu den Maniuplationsvorwürfen

Zudem wurde das Vorgehen von Markpolos angeprangert, der mit einem Hedgefonds zusammenarbeitet, welcher auf fallende Kurse bei GE wettet. „Das ist einfach reine Marktmanipulation“, erklärte GE-Chef Larry Culp. Er setzte vergangenen Woche zudem ein Zeichen der Stärke, als er selbst für fast zwei Millionen Dollar Aktien gekauft hat.

Der Markopolos-Bericht sorgt dennoch weiterhin für Unruhe. Die Aktie zeigt sich sehr volatil und notiert derzeit rund zehn Prozent tiefer als vor den Manipulationsvorwürfen. Bei vielen Anlegern fehlt das Vertrauen in GE, nachdem bereits in den vergangenen Jahren milliardenschwere Abschreibungen und Ungereimtheiten bei der Bilanzierung für einen Kursabsturz gesorgt haben. Für Culp und sein Team wird es nicht einfach, dieses Vertrauen nun zurückzugewinnen.

General Electric (WKN: 851144)

Es bleibt völlig offen, ob an den Vorwürfen was dran ist – und wenn ja, in welchem Rahmen. Die Volatilität dürfte in den kommenden Tagen bei der GE-Aktie hoch bleiben. Anleger sollten das Geschehen vorerst von der Seitenlinie beobachten und abwarten.