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10.12.2019 Marion Schlegel

Gazprom: Verzögerung bei Nord Stream 2 – was macht die Aktie?

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Gazprom

Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 verzögert sich. Ursprünglich sollte die Ostseepipeline bis zum Jahresende das erste russische Erdgas transportieren. „Wir haben geplant, das Projekt in den nächsten Monaten im Einklang mit allen rechtlichen und technischen Vorgaben abzuschließen", teilte das Unternehmen am Montag mit. Ein Zeitpunkt für die Fertigstellung könne aufgrund des Wetters nicht genannt werden. Zuvor hatte der Sender NDR 1 Radio MV über die Verzögerung berichtet.

Bislang wurden den Angaben zufolge mehr als 2.100 Kilometer des Doppelstrangs in der Ostsee verlegt, rund 300 Kilometer fehlen noch. Durch die doppelsträngige Leitung soll Erdgas aus Russland über mehr als 1.200 Kilometer zu den europäischen Verbrauchern transportiert werden. Pro Jahr sollen bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas die Pipeline nach Europa passieren – noch einmal so viel wie durch Nord Stream 1.

Erst vor Kurzem haben die Verlege-Arbeiten vor Dänemark begonnen. Das Land hatte die Baugenehmigung für das politisch und wirtschaftlich umstrittene Projekt als letztes der fünf Ostseeanrainer-Staaten erteilt. Nun wurde dagegen Widerspruch eingelegt. Die dänische Energieagentur gab allerdings kein Statement dazu ab, von wem.

Befürworter des Projekts argumentieren, die Leitung sei notwendig, weil die Eigenproduktion an Erdgas in Europa bis 2035 deutlich zurückgehen, der Bedarf aber annähernd gleichbleiben werde. Kritiker betonten dagegen, dass Nord Stream 2 den EU-Binnenmarkt bedrohe. Etliche EU-Länder und auch die USA lehnen das Projekt ab.

Nord Stream 2 gehört zu 100 Prozent Gazprom. „Nord Stream 2 verdoppelt die Kapazität unseres direkten und hochmodernen Transitweges durch die Ostsee. Hierbei geht es vor allem um den Transport zusätzlicher Gasmengen, die in Europa aufgrund der weiter sinkenden heimischen Gasproduktion benötigt werden“, kommentierte Alexei Miller, Vorstandsvorsitzender von PAO Gazprom, das Nord-Stream-2-Vorhaben.

Gazprom (WKN: 903276)

Die Verzögerung wird den Abschluss des Vorhabens nicht aufhalten. Gazprom ist und bleibt die klare Nummer 1 im Gasgeschäft. Die Marktmacht von Gazprom in Europa wird über kurz oder lang wohl weiter wachsen. Die mit einem KGV von 4 und einem KBV von 0,4 immer noch enorm günstig bewertete Aktie ist daher für mutige Anleger nach wie vor ein Kauf. Charttechnisch befindet sich das Papier in einer enorm starken Verfassung. Seit der Empfehlung des AKTIONÄR vor gut zwei Jahren liegt die Aktie mittlerweile fast 100 Prozent in Front. Stopp bei 5,20 Euro zur Absicherung platzieren!

(Mit Material von dpa-AFX)