06.03.2015 Florian Söllner

Facebook-Tochter Instagram: Deutsche waren Pioniere

-%
DAX

Deutsche sind nach Angaben von Instagram-Mitgründer Kevin Systrom (31) Pioniere auf der Online-Foto-Plattform gewesen. "Wir wussten nicht, was wir taten", sagte er am Donnerstagabend beim DLD (Digital-Life-Design)-Salon des Burda-Verlags. Darum hätten sie den Startschuss für die Bilderplattform mitten in der Nacht in den USA gegeben. "Plötzlich kamen User rein", sagte er - und einige der ersten hätten eine deutsche E-Mail-Adresse gehabt.

Am ersten Tag hätten sich 25 000 Nutzer bei Instagram angemeldet, sagte Systrom. Inzwischen sind es 300 Millionen weltweit - 70 Prozent davon nach Angaben Systroms außerhalb der USA. Die aus Deutschland geposteten Fotos findet Systrom heute tendenziell künstlerischer als die aus den USA.

Die Instagram-Anwendung ermöglicht es Nutzern, ihre mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos mit Filtern und Effekten zu bearbeiten und dann ins Internet zu stellen. Mit besonderer Aufmerksamkeit werden heute die Instagram-Aktivitäten von Stars und Sternchen verfolgt.

 

Aus 1 mach 19
Facebook hatte Instagram als Startup im Jahr 2012 für die damalige Rekordsumme von einer Milliarde Dollar gekauft. Mittlerweile gehen Analysten davon aus, dass alleine die Facebook-Tochter Instagram ihre Erlöse bis 2018 auf 2,3 Milliarden Dollar vervielfacht. Der Wert der Plattform wurde bereits 2014 mit 19 Milliarden Dollar angegeben.


Facebook im Aufwärtstrend
DER AKTIONÄR rät, die Gewinne bei Facebook laufen zu lassen. Insbesondere die Töchter Whatsapp und Instagram entwickeln sich sehr gut. Auch die Facebook-Plattform profitiert weiterhin vom gewaltigen Traffic und der verstärkten Einbindung von Video-Werbung. Die Aktie hat zuletzt wieder etwas Schwung aufgenommen und könnte den Seitwärtstrend nach oben verlassen.

(dpa-AFX)

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2