20.12.2018 Benedikt Kaufmann

Facebook-Rebound findet jähes Ende – Aktie verliert 7%

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Facebook

Die kurze Gegenbewegung für die Facebook-Aktie hat ein jähes Ende gefunden. Der Strom schlechter Nachrichten reißt einfach nicht ab – am Mittwoch gab es davon sogar gleich zwei. Hinzu kommt der schwache Gesamtmarkt. Die Aktie fällt am Mittwoch um sieben Prozent - das Ende des Rebounds.

1. Facebook wird verklagt

Zum einen verklagte der Generalstaatsanwalt von Washington D.C. Facebook wegen des Datenmissbrauchs durch Cambridge Analytica. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Facebook vor, seine Nutzer in die Irre geführt und es versäumt zu haben, sie zu schützen. Damit habe der Konzern gegen den „Consumer Protection Procedures Act“ verstoßen. Die Maximalstrafe wäre 5.000 Dollar pro Rechtsverletzung. Klar ist jedoch nicht, was eine „einzelne“ Rechtsverletzung im Sinne des Gesetzes darstellt.

2. Datenskandal zieht weitere Kreise

Zum zweiten hat laut einem Bericht der New York Times der Konzern noch mehr Daten mit seinen Partnern geteilt, als bereits angenommen. So konnte beispielsweise Microsoft ohne Zustimmung der Nutzer auf Namen von Facebook-Freunden zugreifen und Netflix sowie Spotify konnten private Nachrichten lesen. Der fröhliche Datentausch wurde womöglich auch noch 2017 praktiziert und könnte gegen eine Vereinbarung mit der FTC verstoßen.

Ungelöster Datenskandal

Wer bestimmt über unsere Daten? Wie viel sind sie wert? Wer ist für Ihren Schutz verantwortlich? Gesellschaftspolitische Fragen, die in den folgenden Jahren sicherlich nicht gelöst werden – doch in Verbindung mit automatisierter Datenverarbeitung unglaubliche Brisanz erhalten. Aktuell kanalisiert sich die Wut auf Facebook, denn mit Cambridge Analytica ist der Konzern zuerst in das Fettnäpfchen getreten. Jeden Tag, an dem Facebook die Nachrichten über Datenmissbrauch nicht abstellen kann, dürften sich mehr Nutzer und Werbekunden von Facebook abwenden. Dass die Aktie diesem Trend folgt, liegt auf der Hand. Finger weg!

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2