18.10.2018 DER AKTIONÄR

Facebook: Großaktionäre haben von Zuckerberg die Nase voll

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DAX
Trendthema

Facebook liefert einen Daten-Skandal nach dem anderen. Bereits im April des laufenden Jahres sagte der Facebook-Gründer Zuckerberg vor dem US-Kongress aus. In der Anhörung versprach er, dass persönliche Daten bei Facebook zukünftig sichererer behandelt werden. Doch es hat sich nicht viel verändert. Am Montag berichtete DER AKTIONÄR über dem neuesten Hack, der fast 50 Millionen Accounts betrifft. Jetzt haben die Facebook-Aktionäre die Nase voll: Sie wollen Zuckerberg als Verwaltungsratschef absetzen.

Vier staatliche US-Investmentfonds der Bundesstaaten Illinois, New York, Pennsylvania und Rhode Island verlangen angesichts der Datenskandale bei Facebook den Rücktritt von Mark Zuckerberg als Verwaltungsratschef.

Facebook spiele gesellschaftlich eine überdimensionale Rolle und trage eine hohe Verantwortung, deshalb sei Unabhängigkeit und Verlässlichkeit im Direktorium nötig, sagte Scott Stringer, Chef des Rechnungshofs von New York City.

Die Forderung bezieht sich auf den Posten als Verwaltungsratschef, Zuckerberg ist zudem auch Vorstandsvorsitzender des Konzerns.

Nur Symbolisch

Dass die Forderung durchkommt bleibt unwahrscheinlich. Zuckerberg verfügt über quasi absolute Kontrolle im Unternehmen und besitzt die Mehrheit der Stimmrechte. Somit kann er gegen seinen Willen nicht abgesetzt werden. Der Vorschlag hat daher lediglich einen symbolischen Charakter.

Ähnliche Versuche, den Facebook-Chef als Verwaltungsratschef abzusetzen, wurden in der Vergangenheit bereits vorgeschlagen. Doch keiner konnte sich durchsetzen. Über den aktuellen Vorschlag soll auf dem Aktionärstreffen im Mai 2019 abgestimmt werden.

Anleger halten Abstand

Obwohl die Forderung der Facebook-Aktionäre für Mark Zuckerberg keine reale Bedrohung ist, wird dadurch die negative Stimmung der Investoren gegenüber Facebook offensichtlich. Das Ziel, die Glaubwürdigkeit nach dem Cambridge-Analytica-Skandal wiederzugewinnen, konnte bisher nicht erreicht werden. Der Abwärtstrend geht weiter.

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