01.03.2019 Benedikt Kaufmann

Facebook entwickelt Krypto-Coin für WhatsApp

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Bereits im Mai 2018 hat Facebook ein Krypto-Team gegründet, das neue Anwendungsmöglichkeiten entwickeln sollte. Ein Bericht der New York Times gibt jetzt erstmals Einblick: Der Konzern arbeitet an einem Coin, dessen Wert sich an einer Fiat-Währung orientiert und schnell über WhatsApp versendet werden kann.

Projekt reift heran

Unter der Führung des ehemaligen PayPal-Präsidenten David Marcus hat Facebok bereits im Mai des vergangenen Jahres angefangen, die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie auszuloten. Bisher sind wenige Informationen über das Blockchain-Projekt ans Tageslicht gekommen, doch Insider lüften gegenüber der New York Times jetzt einige Geheimnisse:

So sollen mehr als 50 Leute an dem Blockchain-Projekt arbeiten. Mittlerweile sei das Projekt laut den Insidern derart fortgeschritten, dass bereits erste Gespräche mit Krypto-Börsen geführt wurden, um den Facebook-Coin an potenzielle Kunden zu verkaufen.

Der Coin solle Nutzern ermöglichen, innerhalb von WhatsApp schnell und unkompliziert Beträge zu verschicken. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kryptowährungen soll er weniger starken Wertschwankungen unterliegen und sich nach dem Vorbild eines "Stable-coins" an einer Fiat-Währung wie beispielsweise dem US-Dollar orientieren.

Mobile-Payment aussichtsreicher Markt

Im Vergleich zu anderen Internet-Konzernen fehlt Facebook noch ein eigener Bezahldienst. Verwunderlich – angesichts der hohen Nutzerzahl von 2,7 Milliarden monatlich aktiven Nutzern auf den Plattformen und der Tatsache, dass sich Mobile-Payment in der USA bereits großer Beliebtheit erfreut.

Erholungsrallye folgen!

Für Anleger könnte das Blockchain-Engagement neben der VR-Brille Oculus Rift zudem endlich eine Diversifizierung des Geschäftsmodells abseits der Werbeeinnahmen sein. Facebook braucht dringend eine frische langfristigste Wachstums-Story – dann hat auch die Aktie wieder langfristiges Potenzial.

Aktuell blieben Anleger bei der Facebook-Aktie investiert und lassen die Gewinne entlang des Erholungstrends laufen.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
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Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2