Ein Tanker mit russischem Diesel nimmt Kurs auf New York. Rund 40.000 Tonnen Treibstoff sollen die USA erreichen – ermöglicht durch eine vorübergehende Lockerung der Sanktionen. US-Präsident Donald Trump will damit die Spritpreise drücken. Doch der Deal mit Moskau sorgt weiterhin für politischen Zündstoff.
Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker hat rund 300.000 Barrel schwefelarmen Dieselkraftstoff geladen. Als Zielhafen ist New York angegeben. Daten von Kpler und LSEG bestätigen die Größenordnung der Ladung. Sollte die Lieferung planmäßig eintreffen, wäre es die erste Sendung russischen Diesels in die USA seit Juli 2023. Eine Lieferung von Primorsk nach New York gab es zuletzt im Januar 2022. Brisant dabei: Wer den Treibstoff verkauft und wer ihn gekauft hat, ist bislang nicht bekannt.
Trump lockert Sanktionen gegen Russland
Die Lieferung geht auf eine Vereinbarung zurück, die Trump am 9. Oktober bekannt gegeben hatte. Washington lockerte dafür vorübergehend die Sanktionen gegen russischen Dieselkraftstoff. Im Gegenzug sagte Moskau zu, sein eigenes Exportverbot für Diesel aufzuheben.
Trump stellte umfangreiche Lieferungen in Aussicht: Zunächst sollten 300.000 Tonnen in die USA gelangen, im November weitere 500.000 Tonnen. Anschließend sollten unmittelbar nochmals eine Million Tonnen folgen.
Auch Russlands Vizepremier Alexander Nowak bestätigte die Pläne. Weitere Lieferungen könnten folgen, sobald russische und US-Unternehmen ihre Verträge ausgearbeitet hätten.
Entlastung an der Zapfsäule, Ärger in Kiew
Hinter dem Abkommen steht ein klares politisches Kalkül. Günstigerer Treibstoff könnte die Verbraucher in den USA entlasten – und Trump vor den Zwischenwahlen am 3. November helfen. Die erste Lieferung soll allerdings erst vier Tage nach der Wahl in New York eintreffen.
Der Deal hat eine Kehrseite: Die Lockerung der Sanktionen gegen russische Energieexporte stößt in der Ukraine und bei ihren Verbündeten auf scharfe Kritik. Auch Abgeordnete aus Trumps eigener Republikanischer Partei äußerten Bedenken.
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