20.04.2020 Marion Schlegel

Drägerwerk mit Kapitalerhöhung – das müssen Sie jetzt wissen

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Drägerwerk Vz.

Der Medizintechnik-Konzern Drägerwerk will sich angesichts eines Auftragsbooms durch die Corona-Krise frisches Kapital beschaffen. Das im SDAX gelistete Unternehmen gibt dazu bis zu einer Million neue Vorzugsaktien aus, wie es am Montag nach Börsenschluss in Lübeck mitteilte. Das entspricht rund 5,63 Prozent des Grundkapitals. Die neuen Papiere sollen institutionellen Anlegern in einer Privatplatzierung in einem beschleunigten Verfahren angeboten werden. Auch die Eigentümerfamilie Dräger einschließlich Vorstandschef Stefan Dräger will sich an dem Schritt beteiligen.

Den Platzierungspreis will der Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern voraussichtlich am 21. April bekanntgeben. Drägerwerk will das frische Geld nutzen, um seine Liquidität zu stärken und ausgegebene Genussscheine zu einem Wert von rund 157 Millionen Euro zurückzukaufen. Der Rückkauf soll dazu führen, dass der Nettogewinn je Stamm- und Vorzugsaktie nach der Kapitalerhöhung um rund fünf Prozent steigt.

Drägerwerk Vz. (WKN: 555063)

Anleger zeigten sich wenig begeistert. Der Kurs der Drägerwerk-Vorzugsaktien sackte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um mehr als vier Prozent ab. Zuletzt konnte sich die Aktie aber stabilisieren. Derzeit notiert das Papier bei Tradegate 1,7 Prozent im Plus bei 79,80 Euro.

Unterstützt haben die Aktie am heutigen Tag starke Auftragszahlen von Philips. Dies konnten dem gesamten Medizintechnik-Sektor Auftrieb verleihen. Philips hatte im ersten Quartal vor allem dank einer starken Nachfrage nach Monitor-Systemen und Beatmungsgeräten im Zuge der Coronavirus-Pandemie deutlich mehr Aufträge erhalten.

Drägerwerk zählt zweifelsohne zu den Krisengewinnern. Allerdings muss die Gesellschaft auch die Aufträge profitabel abarbeiten. In Ausgabe 16/2020 hat DER AKTIONÄR ein Kauflimit bei 68,00 Euro in den Markt gelegt, welches vorerst weiter Bestand hat.

(Mit Material von dpa-AFX)