26.04.2018 Marion Schlegel

Dividenden-Liebling Roche erhöht Jahresziel – folgt jetzt die Aufholjagd?

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Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Die Konzernverkäufe stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres zu konstanten Wechselkursen um sechs Prozent auf 13,6 Milliarden Schweizer Franken. In der Division Pharma erhöhte sich der Umsatz bei konstanten Wechselkursen um sieben Prozent auf 10,7 Milliarden Franken, so das Unternehmen. Ein wichtiger Wachstumstreiber war Ocrevus zur Behandlung von zwei Formen der multiplen Sklerose. Dieses Medikament setzte im ersten Quartal sein starkes Wachstum in den USA fort und wurde in Europa und weiteren Ländern auf der ganzen Welt eingeführt. Das anhaltend starke Umsatzwachstum von Perjeta war begünstigt durch die US-Zulassung des Medikaments zur postoperativen Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium bei Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko, heißt es in der Mitteilung. Zum Ende des ersten Quartals war diese zusätzliche Indikation für Perjeta in zehn Ländern zugelassen. Weiter Umsatz verloren hat dagegen das Blutkrebsmedikament Rituxan wegen der neuen Generikakonkurrenz in Europa.

Roche-Chef Severin Schwan bezeichnet die große Nachfrage nach neuen Medikamenten als besonders erfreulich. „Basierend auf den Ergebnissen des ersten Quartals erhöhen wir den Ausblick für das Gesamtjahr“, erklärte er. Im Februar hatte er gesagt, er sehe 2018 als Übergangsphase, weil bei vielen wichtigen Medikamenten die Patente abliefen und die Neuen erst in der Startphase seien. Die Erlöse sollen nun 2018 im niedrigen einstelligen Bereich steigen. Ursprünglich hatte Roche im Jahr 2018 noch im schlimmsten Fall stagnierende Umsätze für möglich gehalten.

Die Aktie von Roche hat in den vergangenen Monaten aufgrund der Angst vor den Folgen von Patentabläufen deutlich gelitten. Zuletzt hat das Papier aber einen Boden ausgebildet. Dieser könnte sich als gutes Fundament für eine neue Aufwärtsbewegung herausbilden. Mittlerweile ist viel Negatives bei Roche eingepreist. Die jüngsten positiven Meldungen sind nahezu untergegangen. Gelingt der Aktie die Rückeroberung der 200-Tage-Linie, wäre dies ein klares Kaufsignal. Für Dividendenjäger außerdem interessant: die hohe Dividendenrendite von derzeit vier Prozent. Anleger müssen bei der Aktie aber Geduld mitbringen.