Nach den Rekorden folgt der Rücksetzer. Die US-Börsen haben am Dienstag schwächer geschlossen. Vor allem Tech-Werte standen unter Druck. Auslöser waren neue Zweifel am KI-Trade nach einem Bericht über OpenAI. Gleichzeitig stieg der Ölpreis weiter. Brent kletterte über 111 Dollar, WTI zeitweise über 100 Dollar.
Der S&P 500 verlor 0,5 Prozent. Der Nasdaq Composite gab 0,9 Prozent nach, der Nasdaq 100 fiel um 1 Prozent. Der Dow Jones schloss nahezu unverändert. Gestützt wurde er vor allem von Coca-Cola. Die Aktie legte nach besser als erwarteten Zahlen mehr als 3 Prozent zu.
Im Fokus stand erneut der KI-Komplex. Laut Wall Street Journal hat OpenAI zuletzt interne Ziele bei Nutzerwachstum und Umsatz verfehlt. OpenAI wies die Darstellung zurück (mehr dazu in den Beiträgen am Artikelende).
Gewinnmitnahmen vor Big-Tech-Zahlen
Nach der starken Rally der vergangenen Wochen nutzten Anleger die Nachricht offenbar auch für Gewinnmitnahmen. Der Markt wartet nun auf die Zahlen der Schwergewichte. Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta berichten morgen. Apple folgt am Donnerstag.
Öl bleibt Risikofaktor
Zusätzlichen Druck brachte der Ölpreis. Brent stieg über 111 Dollar, WTI legte deutlich zu. Hintergrund ist der festgefahrene Konflikt zwischen den USA und Iran.
Der höhere Ölpreis schürt Inflationssorgen. Das dürfte der Fed kaum Spielraum für schnelle Zinssenkungen geben. Der Markt rechnet weiter damit, dass die US-Notenbank morgen die Füße stillhält.
Dimon warnt vor Anleihekrise
Für zusätzliche Vorsicht sorgte JPMorgan-Chef Jamie Dimon. Er warnte erneut vor Risiken am Kreditmarkt und sprach von der Gefahr einer möglichen Anleihekrise. Steigende Staatsschulden, Geopolitik, Ölpreise und Defizite seien ein gefährlicher Mix. Eine Kreditrezession könne härter ausfallen als viele derzeit erwarten.
Disney unter Druck
Auch Disney rückte in den Fokus. Die US-Medienaufsicht FCC will die Lizenzen mehrerer ABC-Sender des Konzerns früher als geplant prüfen. Hintergrund sind Untersuchungen zu DEI-Programmen (obwohl Disney seine Diversitätsprogramme aufgrund von Trump-Druck bereits verringert hatte). Zudem steht ABC nach neuen Attacken von US-Präsident Donald Trump auf Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel politisch unter Druck.
T-Mobile US nachbörslich stark
Nach Börsenschluss legte T-Mobile US Zahlen vor. Der Gewinn je Aktie lag im ersten Quartal bei 2,27 Dollar und damit über der Schätzung von 2,01 Dollar. Der Umsatz erreichte 23,1 Milliarden Dollar und lag ebenfalls leicht über den Erwartungen. CEO Srini Gopalan sprach von einem starken Jahresstart.
Auch Starbucks sorgt nachbörslich für Bewegung. Der Kaffeekonzern übertrifft die Erwartungen klar. Die vergleichbaren Umsätze steigen im Quartal um 6,2 Prozent und liegen damit deutlich über den Prognosen von 3,7 Prozent. Der Gewinn je Aktie kommt auf 0,50 Dollar und fällt ebenfalls besser aus als erwartet. Treiber ist vor allem ein starkes US-Geschäft mit mehr Bestellungen. In China bleibt das Wachstum dagegen schwach.
Visa überzeugt ebenfalls nachbörslich. Der Zahlungsriese übertrifft die Erwartungen beim Gewinn deutlich. Im zweiten Quartal liegt der Gewinn je Aktie bei 3,31 Dollar nach erwarteten 3,10 Dollar. Der Umsatz steigt um 17 Prozent und wächst damit so stark wie seit 2022 nicht mehr. Treiber bleibt ein robuster Konsum.
Auch Seagate liefert starke Zahlen und hebt den Ausblick deutlich an. Im dritten Quartal steigt der Umsatz auf 3,11 Milliarden Dollar und liegt damit klar über den Erwartungen. Der Gewinn je Aktie kommt auf 4,10 Dollar und übertrifft die Schätzungen ebenfalls deutlich. Für das laufende Quartal stellt Seagate einen Umsatz von 3,35 bis 3,55 Milliarden Dollar in Aussicht. Auch beim Gewinn zeigt sich das Unternehmen optimistisch und erwartet 4,80 bis 5,20 Dollar je Aktie. Beides liegt deutlich über den bisherigen Prognosen.
Robinhood enttäuscht nachbörslich. Unter anderem mehr dazu in den folgenden Artikeln.
28.04.2026, 22:35