Schwacher Jahresstart bei Airbus. Der Flugzeugbauer hat heute Zahlen vorgelegt – und die fallen deutlich unter den Erwartungen aus. Die Aktie reagiert bislang nur moderat. Womöglich ist der miese Jahresauftakt nur ein Ausrutscher – oder steckt doch mehr dahinter?
Fakt ist: Im ersten Quartal sackt das operative Ergebnis deutlich ab. Das bereinigte EBIT fällt um 52 Prozent auf 300 Millionen Euro. Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Auch der Umsatz verfehlt die Erwartungen leicht und liegt bei 12,65 Milliarden Euro.
Besonders schwach läuft das Kerngeschäft. Im Bereich Verkehrsflugzeuge bricht das operative Ergebnis um 84 Prozent ein.
Lieferketten bremsen weiter
Airbus kämpft weiter mit Problemen bei der Produktion. Die Auslieferungen sinken auf 114 Flugzeuge. Das ist der niedrigste Wert für ein erstes Quartal seit 2009.
Vor allem Triebwerkslieferant Pratt & Whitney bleibt ein Bremsklotz. Airbus spricht selbst vom „entscheidenden Taktgeber“ für den Produktionshochlauf der wichtigen A320-Familie.
Ohne ausreichend Triebwerke kann Airbus die Produktion nicht wie geplant steigern. Das belastet Umsatz und Margen.
Auch beim Cashflow gibt es einen Rückschlag. Im ersten Quartal verbucht Airbus einen Mittelabfluss von rund 2,5 Milliarden Euro. Grund sind die geringeren Auslieferungen und ein gezielter Lageraufbau für die zweite Jahreshälfte.
Ausblick bleibt
Immerhin: Airbus bestätigt die Jahresziele. Weiterhin geplant sind rund 870 Flugzeugauslieferungen sowie ein operatives Ergebnis von etwa 7,5 Milliarden Euro.
Das Management sieht die Probleme demnach lediglich als temporär. Die Produktion soll im Jahresverlauf deutlich anziehen.
Rüstungssparte liefert
Ein Lichtblick kommt aus dem Verteidigungsgeschäft. Hier steigt das operative Ergebnis deutlich. Der Bereich profitiert vom steigenden Investitionsdruck in Europa.
Allerdings ist das Segment im Vergleich zum zivilen Flugzeugbau deutlich kleiner und kann die Schwäche dort nicht ausgleichen.
Klassischer Fall von uninspiriertem Zahlenwerk. Wer Airbus nicht hat, wird sie sich jetzt wohl auch nicht ins Depot legen. Ein Kauf wäre eine Spekulation auf stabilere Lieferketten in der Zukunft. Muss man nicht haben.
Heute, 21:18