Ein internes Sparprogramm soll die angespannte Marge des europäischen Luftfahrt-Riesen Airbus retten. Das Management kürzt die Budgets radikal, da eine zerrüttete Lieferkette die Produktion ausbremst. Doch die Reaktion der Aktie zeigt: Anleger und Investoren trauen dem Braten nicht.
Laut Medienberichten ordnete das Management interne Einsparungen von zehn Prozent bei den Sachkosten außerhalb der Produktion an. Betroffen von den neuen Sparmaßnahmen sind vor allem die Verwaltung im kommerziellen Flugzeuggeschäft sowie die Zentrale. Der Konzern streicht dafür vor allem das Budget für externe Dienstleister und Berater zusammen. Die Maßnahme läuft intern bereits seit einigen Wochen und soll das bestehende Effizienzprogramm „LEAD“ ergänzen.
Fehlstart ins neue Jahr
Der Druck auf Konzernchef Guillaume Faury wächst, nachdem bereits der Jahresauftakt enttäuschte. Im ersten Quartal brach der bereinigte Betriebsgewinn im Jahresvergleich um 25 Prozent ein, während gleichzeitig liquide Mittel von rund 2,5 Milliarden Euro abflossen. Ursache für diese finanzielle Misere bleibt die gestörte Lieferkette. Fehlende Triebwerke, mangelnde Strukturbauteile und Engpässe bei Zulieferern blockieren die Endmontage der Verkehrsflugzeuge nachhaltig. Die angekündigten Sparmaßnahmen kaschieren diese operativen Baustellen in den Werkshallen nur oberflächlich.
Aktie im Sinkflug
Nachdem der Titel in einer ersten Reaktion über zwei Prozent zulegte, gab er die Gewinne schnell wieder ab. Die Aktie befindet sich seit Wochen im Sinkflug und ringt derzeit um die 50-Tage-Linie bei rund 172 Euro. Erst eine nachhaltige Rückeroberung dieser Marke würde die Situation kurzfristig stabilisieren. Der nächste hartnäckige Widerstand wartet dann im Bereich der 200-Tage-Linie bei rund 190 Euro, an welcher der Kurs bereits Anfang Mai abgeprallt war.
Die Kostensenkungen verpuffen am Widerstand. DER AKTIONÄR rät derzeit vom Einstieg ab, da Airbus operativ mit Gegenwind zu kämpfen hat und das Papier charttechnisch angeschlagen bleibt.
FAQs zur Airbus-Aktie
Wie viele Flugzeuge baut Airbus?
Im vergangenen Jahr lieferte Airbus insgesamt 793 Verkehrsflugzeuge an seine Kunden aus. Für das laufende Jahr peilt der Konzern trotz der aktuellen Lieferkettenprobleme die Marke von rund 870 Auslieferungen an.
Was kostet ein Airbus-Flugzeug?
Die Listenpreise variieren stark je nach Modell. Ein kleinerer Kurzstreckenjet der A220-Familie startet bei rund 90 Millionen US-Dollar. Die gefragten Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe liegen offiziell bei rund 110 bis 130 Millionen Dollar. Für den großen Langstreckenjet A350-1000 werden laut Liste weit über 360 Millionen Dollar fällig – wobei Fluggesellschaften bei Großbestellungen teils massive Rabatte erhalten.
Warum ist Airbus im DAX gelistet?
Obwohl Airbus ein europäischer Konzern mit rechtlichem Sitz in den Niederlanden und operativer Hauptzentrale im französischen Toulouse ist, besitzt die Aktie ein wichtiges Zweitlisting an der Frankfurter Börse. Da das Handelsvolumen auf Xetra extrem hoch ist, schaffte Airbus im September 2021 den Sprung in den deutschen Leitindex DAX. Daneben ist das Schwergewicht im europäischen Euro Stoxx 50 sowie im französischen Leitindex CAC 40 vertreten.
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