Robinhood: Enttäuschung nach Börsenschluss

Robinhood: Enttäuschung nach Börsenschluss
Foto: Bloomberg/Kontributor/GettyImages
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Lars Friedrich Heute, 22:55 Lars Friedrich

Die Robinhood-Aktie sackt im nachbörslichen Handel rund 6 Prozent auf 77 Dollar ab. Der Grund: Trotz solider Kennzahlen verfehlt der Neobroker die Erwartungen – und zeigt erste Risse im Wachstum. DER AKTIONÄR hatte bereits im regulären Handel von „ersten Warnzeichen“ berichtet. Doch es gibt auch positive Entwicklungen.

Im ersten Quartal steigt der Umsatz um 15 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn legt leicht zu. Unter dem Strich stehen 346 Millionen Dollar beziehungsweise 38 Cent je Aktie.

Beides reicht jedoch nicht. Analysten hatten beim Gewinn mit rund 39 Cent und vereinzelt noch deutlich mehr gerechnet. Auch beim Umsatz bleibt Robinhood unter den Erwartungen.

Schwäche im Kerngeschäft

Ein Blick in die Details zeigt das Problem: Zwar steigen die transaktionsbasierten Einnahmen im Jahresvergleich um 7 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal brechen sie jedoch um 20 Prozent ein.

Besonders schwach läuft das Krypto-Geschäft. Die Einnahmen aus dem Handel mit digitalen Assets fallen um 47 Prozent. Damit bricht ein zentraler Wachstumstreiber weg. Der schwächere Kryptomarkt im ersten Quartal dürfte sich entsprechend bemerkbar machen, hatte DER AKTIONÄR heute bereits im Vorfeld notiert.

Neue Wachstumsfelder volatil

Robinhood setzt verstärkt auf neue Bereiche. Prognosemärkte entwickeln sich zum wichtigen Treiber. Das Handelsvolumen erreicht mit 8,8 Milliarden Kontrakten einen Rekord.

Doch es gibt an dieser Stelle auch ein Risiko: Das Geschäft ist stark abhängig von einzelnen Events und schwankt entsprechend. Bereits im Verlauf des Quartals ging das Volumen deutlich zurück.

Auch das Abo-Modell „Robinhood Gold“ wächst weiter. Die Einnahmen steigen deutlich. Gleichzeitig bauen Kunden ihre Margin-Kredite aus.

Kosten steigen

Hinzu kommt: Robinhood erhöht die Prognose für die Kosten im laufenden Jahr. Grund sind Investitionen in neue Produkte, unter anderem rund um sogenannte „Trump Accounts“. Das drückt auf die Marge – und sorgt zusätzlich für Skepsis.

Erster Eindruck: Robinhood liefert kein Desaster. Aber auch kein überzeugendes Signal. Wachstum verlangsamt sich, wichtige Bereiche schwächeln, neue Geschäftsmodelle sind noch nicht stabil.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Robinhood.

Aktien der Robinhood befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.

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