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Die Blase aller Blasen

Die Blase aller Blasen
Bernd Förtsch 12.02.2026, 08:11 Bernd Förtsch

Disruption ist nach Schumpeter die kreative Zerstörung des Bestehenden, um Platz für das Neue zu schaffen. Das geschieht aktuell in Sachen KI. Was viele übersehen: Auch von den aktuellen Stars dieses Booms werden nicht alle überleben.

Es ist gut 25 Jahre her. Das neue Jahrtausend war da. Der Y2K-Bug (die Jüngeren können das gern googeln) hatte uns nicht ausgelöscht. Das Mobiltelefon hatte kurz zuvor den Massenmarkt erreicht, Rechner hatten Pentium-Chips und das Internet seinen Siegeszug begonnen. Neue Technik und neue Technologien, wohin man blickte. Neue Branchen, Ideen und Unternehmen. Alles war vorstellbar. Kein bereits existierendes Geschäftsmodell, das nicht durch „online“ noch besser, schneller und ertragreicher werden konnte. Keine Dienstleistung, kein Ablauf, die durch das Internet nicht revolutioniert würden. Und keine Grenzen für die Fantasie dessen, was da noch so alles kommen würde. Börsenhistoriker nennen diese Phase gern den „Dotcom-Boom“.

Microsoft Chart

Was damals auf die Party an den Börsen folgte, ist heute allgemein bekannt. Ein Crash. Doch was geschah in der Wirtschaft? Bei den Unternehmen? Das, was im Zuge einer disruptiven Entwicklung immer passiert: Einige bleiben auf der Strecke und manche werden zum Marktführer. Etliche schufen sogar ihre eigene Industrie – Meta oder Alphabet lassen grüßen.

Der Dotcom-Boom von heute trägt den Namen „KI“. Den Massenmarkt erreicht hat diese mit dem Release des Large Language Models (LLM) ChatGPT. Auf einmal konnte jeder am heimischen PC selbst sehen, wozu die Algorithmen in der Lage sind. Binnen Wochen schossen unzählige Programme und Apps aus dem Boden – von komponierten Liedern über Bildbearbeitung bis hin zur Generierung täuschend echt aussehender Videos. Doch all das ist bereits wieder Schnee von gestern. Auch die Entwicklung beim Thema KI folgt traditionell Moore’s Gesetz: Alle 18 Monate verdoppelt sich die Rechenleistung. Sind es noch 18 Monate? Weniger? Der spannende Teil ist das Wort „verdoppelt“. Es bedeutet „exponentielles Wachstum“. Denken Sie an die alte Geschichte vom Schachbrett und den Reiskörnern. Wo sind wir? Ich denke, wir haben mittlerweile die zweite Hälfte des Bretts erreicht. Auch in Sachen Investitionen – unter 100 Milliarden tut es niemand mehr, bei Amazon waren es jüngst 200.

Alphabet Chart
Börse handelt ­Zukunft. Anleger sehen diese bei Alphabet offenbar positiver als bei Microsoft. Ein Vorbote für künftige Dominanz im KI-Bereich?

Und die Botschaft ist angekommen in den Unternehmen und auch in den Medien. Kürzlich las ich beim geschätzten Kollegen Holger Zschäpitz erstmals die Abkürzung FOBO (fear of becoming obsolete) als Begründung für Kursstürze im Softwarebereich, prominentes Beispiel: SAP. Tenor: Wer braucht noch einen Dienstleister, wenn die KI es auch für einen erledigen kann? KI kann alles ...

Und jetzt kommen wir an einen wichtigen Punkt: Immer, wenn alle sich einig sind, dann wird es am Ende anders kommen. Ja, die KI wird unser Leben verändern. Ja, die Arbeitswelt wird brutal anders aussehen, als wir es uns vorstellen können. Aber nein, niemand weiß genau, wie es am Ende wirklich kommen wird. Aber! Was ich mit Sicherheit weiß: Selbst im größten Boom wird es am Ende nicht nur Gewinner gegeben haben. Nicht jedes LLM von heute ist der Marktführer von morgen. Wenn ich mich derzeit für eine KI entscheiden muss, dann greife ich zur neuesten Version von Gemini. Beängstigend gut! Den Alphabet-Chart kann man so interpretieren, dass ich nicht allein bin. Der Microsoft-Chart im Gegenzug spricht nicht für einen erwarteten Siegeszug von

OpenAI und ChatGPT. Ich will ganz deutlich sein: Der Boom wird weitergehen. Die KI wird kommen. SpaceX wird an die Börse gehen, Anthropic ebenso. Aber es werden nicht alle überleben. Ich halte alles für möglich. Auch durchaus ein Verschwinden von einem Giganten wie ChatGPT. So ist das in Boomphasen. So war es immer. Bleiben Sie auf der Hut!

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