Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada hat sich zuletzt zugespitzt. Nachdem die Gespräche zwischen Ottawa und Washington gescheitert sind, hat die US-Regierung neue Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar verhängt. Der kanadische Dollar geriet daraufhin unter Druck.
- Gespräche zwischen den USA und Kanada sind gescheitert. Daher gelten jetzt Zölle in Höhe von 50 Prozent auf viele Waren aus Kanada.
- Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte harte Gegenmaßnahmen an.
- Der Kanadische Dollar gab gegenüber dem US-Dollar spürbar nach.
Am Montagmorgen verlor der kanadische Dollar gegenüber dem US-Dollar rund 0,55 Prozent, zuletzt waren es noch rund minus 0,4 Prozent. Auch gegenüber Euro, Pfund und Yen gab die Währung nach. Für Kanada kommt die Eskalation zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Wirtschaft wächst ohnehin nur schwach, gleichzeitig ist das Land stark vom Handel mit dem südlichen Nachbarn abhängig.
Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte unterdessen eine harte Gegenreaktion an. Ottawa will ab dem 8. September mit Gegenzöllen antworten. Betroffen sein sollen unter anderem Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Maschinen, Papier und Elektronik.
„Wir waren nicht bereit, Kanadas Souveränität zu gefährden oder unsere Schlüsselindustrien zu schwächen.“
Die USA hätten Carney zufolge zu viel verlangt und im Gegenzug zu wenig angeboten. Daher will Kanada nun den USA die kalte Schulter zeigen.
Hohe Belastung für Kanadas Wirtschaft
Die neuen US-Zölle treffen unter anderem kanadische Produzenten von Möbeln, Holz, Zement, Keramik und Milchprodukten. Zwar machen die unmittelbar betroffenen Waren nur rund 0,6 Prozent der kanadischen Wirtschaftsleistung aus. Für die betroffenen Branchen könnte die Belastung jedoch erheblich sein.
Sollte der Handelskonflikt weiter eskalieren und die USA ihre Strafzölle auf einen deutlich größeren Teil der kanadischen Exporte ausweiten, wären die Folgen für die Konjunktur entsprechend größer. Nordamerika-Ökonom Bradley Saunders hält in einem solchen Szenario einen Rückgang des kanadischen Bruttoinlandsprodukts um rund zwei Prozent für möglich – mit der Gefahr einer Rezession, wie er gegenüber CNBC mitteilte.
Die Abwertung des kanadischen Dollars gegenüber dem US-Dollar sowie anderen Währungen wie dem Euro war abzusehen. Über kurz oder lang wird sich Kanada auf ein Abkommen mit den USA einigen müssen. Andernfalls könnte es zu einer Eskalation wie im Handelsstreit zwischen den USA und China kommen. Dabei wären auch Zölle von über 100 Prozent denkbar. Vorbörslich notieren die US-Börsen leicht schwächer, insgesamt scheint der Markt von der News jedoch wenig beeindruckt.
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