Der Bitcoin ist zurück im Rallye-Modus – und daher melden sich auch die beiden bekannten Krypto-Aktien Strategy und Metaplanet zurück. Beide Aktien haben zuletzt kräftig zugelegt. Doch so verlockend der Hebel auf den Bitcoin auch wirkt: Anleger kaufen sich damit weiterhin unnötig zusätzliche Risiken ins Depot.
- Metaplanet hat in den vergangen fünf Tagen rund 36 Prozent zugelegt.
- Strategy kletterte in der vergangenen Handelswoche um 28 Prozent.
- DER AKTIONÄR rät weiter zu Direktinvestments in den Bitcoin oder dem Kauf des nxtAssets Bitcoin Direct ETPs.
In den vergangenen Tagen hat der Bitcoin ein enormes Comeback hingelegt. Nachdem die Kryptowährung wochenlang unter Druck gestanden hatte, meldeten sich die Bullen mit Nachdruck zurück. Allein innerhalb der vergangenen Woche verteuerte sich Bitcoin um rund 21 Prozent und notiert inzwischen wieder oberhalb von 77.000 Dollar (DER AKTIONÄR berichtete). Damit rückt auch das bisherige Jahreshoch wieder in Reichweite.
Von der kräftigen Erholung profitieren naturgemäß nicht nur der Bitcoin selbst. Auch die sogenannten Bitcoin-Treasury-Unternehmen stehen wieder im Rampenlicht. Allen voran Strategy und Metaplanet. Die Aktien fungieren aufgrund ihrer massiven Bitcoin-Bestände als eine Art gehebelter Bitcoin-Proxy – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Anleger erwerben nicht nur Bitcoin-Exposure, sondern gleichzeitig ein Unternehmen mit eigener Kapitalstruktur und entsprechenden Risiken.
Strategy: Bitcoin-Rallye bringt die Aktie zurück
Bei Strategy zeigt sich der Effekt besonders deutlich. Die Aktie legte allein zwischen dem 17. und 21. August um rund 28 Prozent zu und kletterte wieder über die Marke von 100 Dollar.Der Grund liegt auf der Hand: Strategy hält inzwischen mehr als 840.000 Bitcoin. Der jüngste Bitcoin-Anstieg hat damit einen erheblichen Wertzuwachs in der Unternehmensbilanz ausgelöst. Das Unternehmen ist damit mit großem Abstand der größte börsennotierte Bitcoin-Halter weltweit.
Das Prinzip hinter Strategy ist simpel, aber wirkungsvoll: Das Unternehmen versucht, über Aktienemissionen, Wandelanleihen und andere Finanzierungsinstrumente Kapital aufzunehmen und damit weitere Bitcoin zu kaufen. Steigt der Bitcoin und bleibt die Aktie gleichzeitig mit einem Aufschlag auf den Wert der Bitcoin-Bestände bewertet, kann dieses Modell einen zusätzlichen Hebel entfalten. Genau dieser Mechanismus hat Strategy zu einer der spektakulärsten Aktiengeschichten der vergangenen Jahre.
Der Haken
Das Problem: Strategy ist längst nicht mehr einfach nur eine Softwarefirma mit etwas Bitcoin auf der Bilanz. Das Unternehmen ist faktisch zu einem komplexen Finanzvehikel für Bitcoin geworden. Die Kapitalstruktur mit Fremdkapital, Vorzugsaktien und immer neuen Aktienemissionen macht das Investment deutlich komplizierter als ein Direktinvestment in die Kryptowährung. Immerhin: Nach dem jüngsten Kursanstieg liegt die Bewertung wieder ungefähr auf Höhe des Bitcoin-Nettoinventarwerts. Strategy selbst weist aktuell ein mNAV von rund 1,0 aus. Das ist zwar deutlich weniger ambitioniert als in früheren Phasen des Bitcoin-Booms. Es zeigt aber gleichzeitig, dass der einstige Bewertungsaufschlag weitgehend verschwunden ist.
Einen Tick extremer
Noch spektakulärer fällt die Bewegung bei Metaplanet aus. Die japanische Bitcoin-Treasury-Gesellschaft sprang am 21. August um fast 19 Prozent nach oben und konnte damit die Marke von 300 Yen zurückerobern. Auf Sicht von fünf Handelstagen summierte sich das Plus auf sogar rund 36 Prozent. Metaplanet hat seine Strategie inzwischen vollständig auf den Aufbau einer großen Bitcoin-Reserve ausgerichtet. Nach den jüngsten Angaben hält das Unternehmen rund 43.000 Bitcoin. Damit gehört Metaplanet zu den größten börsennotierten Bitcoin-Haltern weltweit.
Das Unternehmen geht dabei ähnlich aggressiv vor wie Strategy und nutzt den Kapitalmarkt, um die Bitcoin-Bestände weiter auszubauen. Erst im August legte Metaplanet mit einem neuen Anleiheprogramm nach. Zudem kündigte das Unternehmen an, 2.100 Bitcoin in das Nasdaq-notierte Unternehmen Super League Enterprise zu investieren, um eine US-amerikanische Bitcoin-Treasury-Plattform aufzubauen.
Damit wird allerdings auch klar: Wer Metaplanet kauft, setzt nicht einfach auf steigende Bitcoin-Kurse. Anleger setzen gleichzeitig darauf, dass das Unternehmen weiterhin Zugang zu Kapital hat, die Finanzierung funktioniert und der Markt die Aktie entsprechend bewertet.
Die jüngste Rallye zeigt zweifellos, warum Strategy und Metaplanet spekulative Anleger anlocken. Wenn Bitcoin kräftig steigt, können die Aktien deutlich stärker zulegen. Wer allerdings schlicht von einem langfristig steigenden Bitcoin profitieren möchte, sollte sich fragen, ob dieser zusätzliche Hebel tatsächlich notwendig ist. Die Antwort des AKTIONÄR lautet weiterhin: nein. Denn mit Strategy und Metaplanet kaufen sich Anleger zusätzliche Risiken ins Depot, die mit der eigentlichen Bitcoin-These nichts zu tun haben. Beide Aktien sind daher kein Kauf.
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