Die neue Woche wird spannend. Der Chipriese Nvidia legt am Mittwoch nach US-Börsenschluss seinen Quartalsbericht vor – ein Termin, dem die gesamte Tech-Branche gespannt entgegenblickt. Derweil scheint Nvidia an der Preisschraube zu drehen. Das Unternehmen hebt offenbar die Preise für KI-Server an.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wurden Kunden informiert, dass Systeme mit den Beschleunigerchips des US-Konzerns ab Anfang kommenden Jahres oft über 15 Prozent teurer werden. Betroffen sind Rechner mit Vera Rubin und Grace Blackwell. Wie stark die Aufschläge ausfallen, hängt von Chip-Generation und Speicherausstattung ab.
Auftragsfertiger, die im Namen von Rechenzentrumsbetreibern wie Microsoft, Google und Oracle Server bauen, haben ihre Kunden bereits informiert. Von Nvidia gab es dazu bislang keine Stellungnahme.
Nvidias Beschleunigerchips bilden das Herzstück von Rechnern, auf denen KI-Software entwickelt und betrieben wird. Ihre Leistung hängt vom dynamischen Arbeitsspeicher ab. Nvidia gehört zu den profitabelsten Halbleiterunternehmen. Einzelne Chips kosten Zehntausende Dollar; TSMC kann die Nachfrage nicht vollständig bedienen. Nvidia erzielt eine Bruttomarge von 75 Prozent. Nachfrage und fehlende Alternativen stützen die Preise.
Ob die Verteuerung Konkurrenten Chancen eröffnet, dürfte vom Speicherzugang abhängen. Amazon, Microsoft, Google und Meta entwickeln eigene Chips, bleiben beim Rechenzentrumsausbau aber auf Nvidia angewiesen. Verzögerungen, Personalmangel, Finanzierung und Widerstand vor Ort belasten die Baupläne.
Zur Wochenmitte veröffentlicht Nvidia die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal. Der Bericht gilt als Gradmesser für Branche und Anleger. Sollte der Konzern die optimistischen Umsatzschätzungen bestätigen, dürfte das der Aktie frischen Schwung verleihen. Die Aktie bleibt ein KI-Basisinvestment. DER AKTIONÄR setzt auch im AKTIONÄR-Depot weiter auf Nvidia. Das Kursziel auf der Empfehlungsliste lautet: 230 Euro. Der Stoppkurs kann bei 135,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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