Der chinesische Elektroautobauer XPeng hat im zweiten Quartal deutlich mehr umgesetzt als zu Jahresbeginn. Für eine positive Überraschung reicht es allerdings nicht: Beim Umsatz verfehlte der Konzern die Analystenschätzungen, zudem weitete sich der Verlust im Jahresvergleich deutlich aus. Die Aktie gibt vorbörslich nach.
Xpeng hat am Montag die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Der chinesische Elektroautobauer erzielte einen Umsatz von 19,7 Milliarden Yuan. Damit lagen die Erlöse zwar acht Prozent über dem Vorjahreswert und sogar 51,5 Prozent über dem ersten Quartal, gleichzeitig verfehlte Xpeng jedoch die Markterwartungen.
Im Vorfeld hatten die Analysten im Schnitt mit einem Erlös von 20,6 Milliarden Yuan gerechnet. Auch beim Ergebnis fiel die Enttäuschung deutlich aus: Der Verlust je Aktie belief sich auf 1,29 Yuan, während die Analysten lediglich mit einem Minus von 0,29 Yuan gerechnet hatten. Damit sind die Q2-Zahlen insgesamt schlechter als erwartet ausgefallen.
Damit sind die Q2-Zahlen insgesamt schlechter als erwartet ausgefallen.
Besonders kritisch ist der Blick auf das Ergebnis. Xpeng verbuchte im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 1,34 Milliarden Yuan. Im Vorjahresquartal hatte das Minus noch bei 480 Millionen Yuan gelegen. Der Verlust hat sich damit innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht. Gegenüber dem ersten Quartal konnte Xpeng das Minus allerdings von 1,78 auf 1,34 Milliarden Yuan reduzieren.
Etwas besser sieht die Entwicklung bei der Profitabilität auf Bruttomargenebene aus. Die Bruttomarge kletterte von 17,3 auf 20,7 Prozent. Auch gegenüber dem ersten Quartal konnte Xpeng damit leicht zulegen. Die Fahrzeugmarge lag hingegen bei 12,1 Prozent und damit unverändert zum Vorquartal. Im zweiten Quartal 2025 hatte sie noch 14,3 Prozent betragen.
Auslieferungen kaum gewachsen
Bei den Fahrzeugauslieferungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Xpeng brachte im zweiten Quartal 103.295 Fahrzeuge zu den Kunden. Gegenüber dem ersten Quartal entspricht das einem kräftigen Plus von 64,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legten die Auslieferungen allerdings nur marginal um rund 0,1 Prozent zu.
Die Erlöse aus dem Fahrzeuggeschäft stiegen im Jahresvergleich lediglich um ein Prozent auf rund 17,1 Milliarden Yuan. Deutlich dynamischer entwickelte sich dagegen das Geschäft mit Dienstleistungen und sonstigen Aktivitäten. Hier kletterten die Erlöse um 94 Prozent auf 2,70 Milliarden Yuan.
Ausblick verhalten optimistisch
Für das dritte Quartal rechnet Xpeng mit 115.000 bis 121.000 Fahrzeugauslieferungen. Das entspräche gegenüber dem Vorjahreszeitraum einer Entwicklung von rund minus 0,9 bis plus 4,3 Prozent. Beim Umsatz stellt das Management 21,7 bis 23,4 Milliarden Yuan in Aussicht. Damit würde der Umsatz im Jahresvergleich um rund 6,5 bis 14,8 Prozent steigen.
Der Ausblick zeigt damit zwar weiterhin Wachstum, lässt aber ebenfalls keinen großen Sprung erwarten. Hinzu kommt, dass Xpeng in einem äußerst preissensiblen chinesischen Automarkt weiterhin mit hohen Investitionen und entsprechendem Kostendruck zu kämpfen hat.
Vorbörslich verliert die Xpeng-Aktie rund drei Prozent. Nachdem das Papier zuletzt unter den Stoppkurs des AKTIONÄR gefallen ist und damit ausgestoppt wurde, drängt sich aktuell kein Kauf auf. Im Bereich der China-Autobauer setzt DER AKTIONÄR aktuell auf den Rivalen Leapmotor. Die Gründe dafür lesen Sie in der aktuellen Ausgabe auf Seite 48.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: XPeng.
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