++ Neue Hochs, neue Chancen ++

Jackson Hole: Darum ist dieses Event für Anleger so wichtig

Jackson Hole: Darum ist dieses Event für Anleger so wichtig
Foto: Midjourney/BMAG_KI
DJ Industrial Average -%
Jan-Paul Fóri Heute, 12:15 Jan-Paul Fóri
Logo: DER AKTIONÄRJetzt bei Google bevorzugen
Top-Analysen. Direkt für Sie. Bei Google.
  • Unsere Analysen ganz oben bei Google
  • Kostenlos schneller informiert
  • Jederzeit anpassbar

Am Freitag spricht Kevin Warsh erstmals als Fed-Chef in Jackson Hole. Für Anleger ist die Rede wichtig, weil sie Hinweise auf den künftigen Kurs der US-Notenbank liefern kann. Entscheidend ist dabei weniger, was der Markt ohnehin erwartet – sondern ob Warsh diese Erwartungen verschiebt.

  • Kevin Warsh hält am Freitag seine erste Jackson-Hole-Rede als Fed-Chef – und könnte damit die Zinserwartungen für September verschieben.
  • Warshs Rede könnte vor allem Tech-Aktien und den Dollar bewegen.
  • Die langfristigen US-Renditen sind zuletzt deutlich gestiegen. Für hoch bewertete Wachstumswerte bleibt das ein Belastungsfaktor.

Vom 27. bis 29. August trifft sich die internationale Notenbank- und Ökonomenelite beim Economic Policy Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City in Wyoming. Für Anleger ist vor allem der Freitag relevant: Gegen 16:00 Uhr deutscher Zeit hält Fed-Chef Kevin Warsh seine erste große Rede in diesem Amt.

Warum ist das so wichtig? Weil Jackson Hole regelmäßig mehr liefert als ein gewöhnliches Notenbank-Statement. Während ein FOMC-Statement zwischen den Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses abgestimmt wird, kann der Fed-Chef in Wyoming grundsätzliche Leitlinien vorgeben. Genau solche Aussagen können die Erwartungen an die künftige Geldpolitik verändern – und damit unmittelbar die Märkte bewegen.

Was Jackson Hole so besonders macht

Die Historie zeigt, dass es nicht jedes Jahr zu großen Kursbewegungen kommt. Von 2010 bis 2024 legte der S&P 500 in den zwei Wochen rund um das Symposium im Schnitt lediglich 0,9 Prozent zu. Entscheidend waren vielmehr einzelne Reden, in denen die Fed ihre Linie überraschend veränderte.

Das deutlichste Beispiel ist 2022. Damals stellte Jerome Powell klar, dass die Fed die Inflation konsequent bekämpfen werde. Der S&P 500 verlor am Tag der Rede mehr als drei Prozent.

2024 war das Bild genau umgekehrt. Powell signalisierte, dass die Zeit für eine Lockerung gekommen sei. Der S&P 500 stieg daraufhin um 1,3 Prozent, der Nasdaq sogar um 1,8 Prozent. Die Botschaft für Anleger ist klar: Nicht Jackson Hole an sich bewegt die Kurse, sondern die Abweichung von den Erwartungen.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Warsh könnte am Freitag bewusst wenig über den konkreten Zinsentscheid im September sagen. Stattdessen dürfte die grundsätzliche Ausrichtung der Fed im Mittelpunkt stehen.

Für die Märkte ist das nicht unerheblich. Der Leitzins liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Gleichzeitig ist der geldpolitische Spielraum umstritten: Im Juli stimmten bereits drei Fed-Mitglieder für eine Anhebung. Das Protokoll der Sitzung zeigte zudem eine deutlich restriktivere Haltung innerhalb des Gremiums.

Gleichzeitig hat sich die Inflation wieder erhöht. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli um 3,4 Prozent nach 2,5 Prozent im Juni. Der Arbeitsmarkt zeigt dagegen Zeichen einer Abkühlung. Die Fed steht damit vor einem schwierigen Spagat.

30-jährige Staatsanleihen auf Mehrjahreshoch

Für Anleger besonders interessant ist deshalb nicht nur der kurzfristige Leitzins. Die Renditen am langen Ende der US-Zinskurve sind zuletzt deutlich gestiegen.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 4,72 Prozent, bei 30-jährigen Papieren sind es rund 5,20 Prozent. Am 18. August erreichte die 30-jährige Rendite mit 5,33 Prozent den höchsten Stand seit 19 Jahren.

Das ist für die Aktienmärkte relevant. Steigende langfristige Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten und verändern die Bewertung von Unternehmen. Besonders empfindlich reagieren hoch bewertete Wachstumswerte, deren Gewinne zu einem größeren Teil in der Zukunft liegen.

Das Treffen in Jackson Hole hat das Potenzial, die Stimmung am Aktienmarkt erheblich durcheinanderzuwirbeln. DER AKTIONÄR wird das Notenbankertreffen daher genau verfolgen und zeitnah über wichtige Neuigkeiten berichten. Mit dem Newsletter DER AKTIONÄR Daily erhalten Anleger die wichtigsten Börsennews zweimal täglich kostenlos direkt zugeschickt.

DER AKTIONÄR DAILY Newsletter
Bleiben Sie über die neuesten Entwicklungen bei spannenden Unternehmen und an der Börse auf dem Laufenden. Lesen Sie DER AKTIONÄR DAILY – den täglichen Newsletter von Deutschlands führendem Börsenmagazin. Kostenlos.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Infront USA 30 Industrial - Pkt.
Infront Tech 100 - Pkt.
Infront S&P 500 - Pkt.
EUR/USD - $
USD/EUR - €

Aktuelle Ausgabe

Rekordjagd an den Börsen: 13 Aktien für neue Höchststände

Nr. 35/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.

Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-86470-852-7

Preis: 29,90 €