10.03.2015 Andreas Deutsch

Deutsche Bank: Jetzt kommt die Flut

-%
DAX

Die Sorge um das gefährlich niedrige Preisniveau und die Entwicklung des Wachstums in der Eurozone haben die Europäische Zentralbank abermals ihre Geldschleusen öffnen lassen. Den Bank-Aktien dürfte das auf die Sprünge helfen.

Pro Monat wollen die Währungshüter 60 Milliarden Euro an frischem Geld in die Märkte pumpen - und das mindestens bis September 2016. Damit soll die Wirtschaft im Euroraum angekurbelt und die zuletzt gefährlich niedrige Inflation angeheizt werden. Für ihr neues Anti-Krisen-Paket druckt die EZB frisches Geld und kauft damit Wertpapiere. Fachleute nennen dies quantitative Lockerung oder schlicht „QE“ ("Quantitative Easing").

Das frische Geld kommt im Idealfall über die Geschäftsbanken, denen die Zentralbank Anleihen abkaufen will, in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das könnte Konsum und Investitionen anschieben und so die maue Konjunktur in Schwung bringen. Denn während die deutsche Wirtschaft relativ gut in Schuss ist, sind die Wachstumsaussichten für den Euroraum nach wie vor bescheiden.

Die EZB teilte lediglich mit, dass die Käufe gestartet seien, äußerte sich zunächst aber nicht zu Details. Ab kommender Woche will sie wöchentlich über den Umfang der Staatsanleihenkäufe informieren. Einmal monatlich sollen diese nach Ländern aufgeschlüsselt werden.

Gut für die Banken

Durch die massiven Anleihenkäufe nimmt die EZB den Anlegern die Angst vor einem Grexit, einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Die Chancen, dass Krisenländer wie Griechenland und Spanien den Euro behalten, steigen durch die Maßnahmen Mario Draghis enorm. Das kommt natürlich den Banken sehr zugute, die mit Ausnahme von Griechenland mit vielen Milliarden in Südeuropa engagiert sind. Von dem erwarteten positiven Sentiment sollte die Deutsche Bank überdurchschnittlich profitieren, da die Aktie mit einem 2016er-KGV von 8 im Branchenvergleich günstig zu haben ist. DER AKTIONÄR sieht das Kursziel bei 38 Euro, der Stopp sollte bei 23 Euro platziert werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0