Ein interner Research-Bericht der Deutschen Bank hat für erhebliche politische Verstimmung in Washington gesorgt. Devisenstratege George Saravelos hatte in einer kurzen Analyse darauf hingewiesen, dass Europa im Grönland-Streit theoretisch US-Staatsanleihen als Druckmittel einsetzen könnte.
Hintergrund: Europäische Investoren halten amerikanische Anleihen im Volumen von rund acht Billionen Dollar. Der Analyst betonte, dass der Einsatz von Kapital als geopolitische Waffe die Finanzmärkte deutlich stärker erschüttern würde als Handelskonflikte.
Die Aussagen trafen offenbar einen Nerv. Hochrangige Vertreter der Trump-Regierung reagierten empört und warfen der Deutschen Bank vor, „falsche Narrative“ zu verbreiten. US-Finanzminister Scott Bessent sprach von europäischer Hysterie.
Brisant: Laut Bessent habe sich Vorstandschef Christian Sewing persönlich gemeldet und klargestellt, dass es sich um die Meinung eines einzelnen Analysten handle, die nicht die Haltung der Bank widerspiegele.
Die Deutsche Bank bestätigte das Telefonat nicht, betonte aber die Unabhängigkeit ihres Researchs. Klar ist unabhängig davon: Europas großer Bestand an US-Anleihen und -Aktien entwickelt sich zunehmend zum geopolitischen Faktor – und wird auch in Washington genau beobachtet.
Für die Aktie der Deutschen Bank hat der politische Wirbel letztlich keine nachhaltige Bedeutung. Die Eskalation rund um Grönland ist inzwischen vorerst vom Tisch, die Märkte haben schnell zur Tagesordnung zurückgefunden. Entscheidend bleibt für Anleger das operative Momentum: steigende Erträge, eine solide Kapitalbasis und die Perspektive auf weitere Ausschüttungen. Politische Nebengeräusche ändern nichts daran, dass der Fokus bei der Deutschen-Bank-Aktie klar auf dem Kerngeschäft liegen sollte.
Mit der Kehrtwende der USA im Grönland-Konflikt hat die Deutsche-Bank-Aktie erwartungsgemäß wieder nach oben gedreht. Wer bereits investiert ist, bleibt an Bord. Neue Impulse dürfte das in den kommenden Wochen anstehende Zahlenwerk bringen. Der deutsche Finanzriese wird am Freitag, dem 29. Januar, seine neuen Quartalszahlen veröffentlichen.
Heute, 08:54