29.06.2017 Thomas Bergmann

DAX: Der Schock!

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DAX
Trendthema

Zum Handelsstart war die DAX-Welt noch in Ordnung. Die Erholung bei den US-Hightechs löste auch in Frankfurt eine kleine Kaufwelle aus - der Index stieg auf 12.729 Punkte. Mittlerweile dürfte es vielen Anlegern mulmig zumute sein. Der DAX notiert mehr als 150 Punkte im Minus - zeitweise stürzte er auf 12.412 Zähler ab.

Ursachenforschung

Die Gründe für den massiven Kursrutsch sind vor allem am Anleihenmarkt zu suchen. Der Euro-Bund-Future verlor deutlich auf 162 Punkte, was im Umkehrschluss auf steigende Zinsen hindeutet. Wie schon am Vortag befürchten wohl viele Anleger, dass EZB-Präsident Mario Draghi wohl bald aus der Niedrigzinspolitik aussteigen wird, auch wenn die Notenbank noch dementiert.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgten die jüngsten Inflationszahlen aus der Bundesrepublik. Die Inflationsrate ist im Juni überraschend stark gestiegen, was Draghi noch stärker in die Zwickmühle bringt. Zudem sorgen die guten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone für einen steigenden Euro, der wiederum die exportlastigen Unternehmen im DAX unter Druck setzt.

Noch nicht alles verloren

Aus technischer Sicht ist die lange rote Kerze von heute selbstverständlich eine mittlere Katastrophe. Normalerweise dürfte sich die Kursschwäche am deutschen Aktienmarkt morgen fortsetzen. Zudem wurde mit dem Unterschreiten des Zwischentiefs bei 12.489 Punkten ein Verkaufssignal generiert.

Hoffnung gibt der Unterstützungsbereich um 12.375/91 Punkte. Neben den beiden alten Ausbruchsmarken verläuft hier der seit Februar gültige Aufwärtstrend. Solange der DAX sich darüber hält, könnte es bei dem kurzfristigen Rücksetzer bleiben.

Andernfalls muss man sich auf eine Fortsetzung der Korrektur einstellen, die durch die Saisonalität begünstigt wird. So ist bei 12.091 Zählern noch ein Gap zu schließen.

Der empfohlene Turbo-Optionsschein mit der WKN DGS5PE ist im Tagesverlauf bei 6,30 ausgestoppt worden. Der Verlust beläuft sich auf 15,4 Prozent.