An der Wall Street herrscht Katerstimmung. Die US-Technologiebörse Nasdaq stürzt derzeit um 4,9 Prozent ab. Damit notiert der Index nun mehr als 10 Prozent unter seinem Rekordhoch aus dem Vormonat und befindet sich offiziell in einer Korrektur. Auch der breite S&P 500 verliert 3,2 Prozent. Der Dow Jones gibt um 1.136 Punkte oder 2,1 Prozent nach. Damit löst sich mehr als die Hälfte der massiven Kursgewinne vom Mittwoch wieder in Luft auf.
Anleger werfen vor allem Aktien rund um das Thema Künstliche Intelligenz aus ihren Depots. Die Halbleiterschwergewichte Nvidia und Broadcom verlieren jeweils 9 Prozent. Auch der Softwarekonzern Oracle gibt um 9 Prozent nach. Bei Qualcomm helfen selbst besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen nicht: Ein schwacher Ausblick drückte das Papier um 13 Prozent ins Minus. SanDisk verliert 20 Prozent.
Zusätzlich geraten die Unternehmen von Elon Musk unter Druck. Tesla verliert 10 Prozent, die Anteile von SpaceX fielen im gleichen Ausmaß. Noch härter trifft es kleinere Spezialanbieter für Cloud-Infrastruktur: CoreWeave bricht um 14 Prozent ein, Nebius rutscht um 17 Prozent ab und Iren verliert 19 Prozent.
Washington schürt Regulierungsängste
Der Grund für den Kurssturz liegt in der US-Politik. Die Zwischenwahlen brachten den Demokraten eine überraschend klare Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus sowie Siege in wichtigen Bundesstaaten. Entsprechend nervös reagieren die Technologieinvestoren. Am Markt wächst die Sorge, dass eine gestärkte Opposition den rasanten Ausbau von Rechenzentren durch strengere Umwelt- und Technologiegesetze bremsen könnte. Marktbeobachter sprechen bereits von einer überfälligen Bereinigung in den spekulativsten Segmenten der Tech-Branche.
Flucht in defensive Werte und teures Öl
Während Tech-Titel fielen, schichteten Investoren ihr Geld in defensivere Marktbereiche um. Aktien aus dem Basiskonsumgütersektor legten um mehr als 1 Prozent zu. Auch Energie- und Versorgerwerte hielten sich stabil. Im Dow Jones stemmten sich Papiere wie Chevron und Johnson & Johnson gegen den Abwärtstrend, konnten die Verluste des Leitindex aber nicht verhindern.
Gleichzeitig zogen die Rohstoffmärkte wieder an. Ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um mehr als 2 Prozent auf knapp über 90 Dollar. Am Vortag war der Preis noch unter diese Marke gerutscht. Auch die Nordseesorte Brent verteuerte sich um gut 2 Prozent auf rund 97 Dollar je Barrel.
Blutbad an der Wall Street. Doch Anleger bleiben gelassen, beachten die Stoppkurse des AKTIONÄR und ziehen bei deren Unterschreiten rigoros die Reißleine.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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