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01.07.2020 Fabian Strebin

Commerzbank: Strategie-Streit eskaliert – mehr als 11.000 Jobs auf der Kippe?

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Commerzbank

Nachdem die heutige Aufsichtsratssitzung zur Strategiebesprechung abgesagt wurde, verhärten sich die Fronten zwischen den Stakeholdern weiter. Während die Arbeitnehmervertreter einen sozialverträglichen Abbau und keine betriebsbedingten Kündigungen fordern, will der Großaktionär Cerberus einen noch größeren Kahlschlag.

Das berichtet Reuters. Demnach will der Finanzinvestor der Commerzbank in den kommenden Wochen Vorschläge zum geplanten Jobabbau machen. Dieser solle „definitiv über“ 7.000 Stellen liegen. Gestern wurde bekannt, dass im Raum steht, zu dem im Herbst beschlossenen Wegfall von 4.000 Jobs weitere 7.000 Arbeitsplätze zu streichen. Eine Sprecherin der Commerzbank sagte, dass derzeit verschiedene Optionen und Szenarien diskutiert würden. Es gebe aber bislang keine Entscheidung. Im August mit dem Halbjahresbericht wollte der Vorstand ein neues Programm vorstellen.

Die Gewerkschaft Verdi positioniert sich – wie nicht anders zu erwarten – gegen einen zu großen Kahlschlag bei den Jobs. Der Verdi-Aufsichtsrat Stefan Wittmann sagte. „Eine Strategie, die von Cerberus beeinflusst ist, ist definitiv nicht im Interesse der Arbeitnehmer.“ Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, Uwe Tschäge, im Handelsblatt: „Die Zahlen, die über einen möglichen Stellenabbau kursieren, sorgen in der Belegschaft für große Verunsicherung. Der Stellenabbau muss sozial verträglich geschehen.“ Die Commerzbank müsse dafür einen angemessenen Zeitraum wählen und genügend Geld für Altersteilzeitmodelle und ähnliche Instrumente zur Verfügung stellen.

Die bisher diskutierten 11.000 Stellen würden jedem vierten Job entsprechen. Das wäre radikaler, als der im vergangenen Jahr beschlossene Sanierungsplan der Deutschen Bank. Die größte Bank Deutschland schickt etwa jeden fünften Arbeitnehmer nach Hause. Die Commerzbank hat aber seit Jahren die Eigenkapitalkosten nicht verdient und gehörte mit einer Kosten-Ertrags-Quote von 78,3 Prozent im vergangenen Jahr zu den Schlusslichtern in der Eurozone. Über die Länder hinweg betrug der Schnitt 60,9 Prozent.

Im heutigen Handel liegt die Aktie leicht im Minus, aber neue Ideen - auch von Cerberus - zum Sparprogramm könnten demnächst Impulse geben. Wichtig wäre es nun, dass die Marke von vier Euro wieder überwunden wird. Bei 4,01 Euro verläuft zudem die 100-Tage-Linie. Der Abwärtstrend vom Februar käme um 4,32 Euro in Sicht.

Mutige Anleger können Nachkaufen und beachten den Stopp bei 3,50 Euro.

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Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.

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