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03.02.2021 Fabian Strebin

Commerzbank: Jetzt meldet sich Finanzminister Olaf Scholz zu Wort

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Commerzbank

Vergangene Woche wurde die neue Strategie von Commerzbank-CEO Manfred Knof bekannt. Sie sollte eigentlich erst mit den Zahlen zum vergangenen Jahr am 11. Februar vorgestellt werden. Die Gewerkschaft, die zuvor Gesprächsbereitschaft signalisierte, schäumt nun. Denn 10.000 Vollzeitstellen sollen wegfallen. Ein Wörtchen mitzureden hat sicher auch noch der Bund. Er ist mit rund 16 Prozent einer der Ankeraktionäre der Bank. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich nun zu Wort gemeldet.

„Alle wissen, es muss etwas getan werden, auch etwas sehr Drastisches“, so Scholz von der SPD. Im Schulterschluss mit den Mitbestimmungsgremien, dem Betriebsrat und den Gewerkschaften werde eine gemeinsame Lösung für die Zukunft der Bank gesucht. „Und das ist glaube ich auch der richtige Weg.“ Der Arbeitsplatzabbau müsse „im Rahmen der sozialpartnerschaftlichen Tradition“ erfolgen. Dies sei wohl auch der Fall, sagte der Finanzminister. Konzernweit soll jeder vierte Arbeitsplatz wegfallen, in Deutschland ist es aber jeder dritte.

Gewerkschaft stellt sich quer

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Commerzbank sehen den geplanten Kahlschlag kritisch. Stefan Wittmann, Gewerkschaftsmitglied und Aufsichtsrat, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir werden die Umbaupläne zur Kenntnis nehmen, aber dem Vorstand keine Brücke bauen“. Am heutigen Mittwoch, 3. Februar, wird die Strategie im Aufsichtsrat vorgestellt und soll verabschiedet werden.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Es wäre ein starkes Stück, wenn die Gewerkschafter im letzten Moment einen Neuanfang bei der Commerzbank verhindern. Die gescheiterten Strategien der letzten zehn Jahre zeigen, dass es so nicht weitergeht. Der aktuelle Plan ist die letzte Chance für die Bank, wenn sie nicht in absehbarer Zeit ihre Unabhängigkeit verlieren will.

Gestern konnte der Kurs den Widerstand bei 5,55 Euro überwinden, seit Tagen pendelt die Notierung aber um dieses Niveau. Der nächste Ausbruch wäre erst erfolgt, wenn die Aktie über die Marke von 6,00 Euro steigt. Mutige setzen darauf, alle anderen bleiben investiert.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.

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