Coinbase kämpft mit dem Gegenwind am Kryptomarkt. Die größte US-Handelsplattform rutschte im vierten Quartal 2025 tief in die Verlustzone. Der Grund: Ein schwächelnder Markt und sinkende Handelsvolumina drückten massiv auf die Bilanz. Die Aktie reagierte nervös und markierte nachbörslich kurzzeitig ein Zweijahrestief.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der Gesamtumsatz sank im Vergleich zum Vorquartal um fünf Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Besonders schmerzhaft war der Rückgang bei den Transaktionsgebühren, die um sechs Prozent auf 983 Millionen Dollar fielen. Auch das Geschäft mit Abonnements und Dienstleistungen gab leicht um drei Prozent auf 727 Millionen Dollar nach.
Am Ende stand ein Nettoverlust von 667 Millionen Dollar. Während Coinbase im Vorquartal noch schwarze Zahlen schrieb, rissen nun vor allem Abschreibungen auf das eigene Krypto-Portfolio und strategische Investments ein tiefes Loch in die Kasse. Diese Entwicklung folgt auf ein eigentlich starkes drittes Quartal, in dem das Interesse an Ethereum den Umsatz noch nach oben getrieben hatte.
An overview of our Q4 and full year 2025 financial results.
— Coinbase 🛡️ (@coinbase) February 12, 2026
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Ein Markt unter Druck
Das schwierige Umfeld spiegelt die allgemeine Schwäche der Branche wider. Zum Jahresende verloren Kryptowährungen massiv an Boden. Die gesamte Marktkapitalisierung schrumpfte um etwa 1,1 Billionen Dollar – ein Minus von rund 25 Prozent. Auch der Jahresstart 2026 verlief holprig, weitere 700 Milliarden Dollar flossen laut Daten von CoinGecko ab. Dennoch gibt sich das Coinbase-Management betont gelassen. Man sieht in der aktuellen Korrektur eine gesunde Marktbereinigung, die das Risiko für die kommenden Monate senkt.
Lichtblick Stablecoins
Ein echter Fels in der Brandung blieb das Geschäft mit Stablecoins. Die Erlöse in diesem Segment stiegen um drei Prozent auf 364 Millionen Dollar. Das liegt vor allem an den Rekordbeständen von USDC auf der Plattform. Diese hohen Volumina konnten sogar die Belastung durch sinkende Zinsen teilweise kompensieren.
Finanziell steht das Unternehmen trotz des Quartalsverlusts auf einem soliden Fundament. Coinbase beendete das Jahr mit 11,3 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Zudem setzte der Konzern seine Aktienrückkäufe fort und erwarb bis Anfang Februar eigene Papiere im Wert von rund 1,7 Milliarden Dollar.
Volatilität an der Börse
Anleger reagierten zunächst geschockt auf die Bilanz. Die Aktie sackte nachbörslich um vier Prozent auf 135 Dollar ab, bevor sie sich in einem volatilen Umfeld wieder auf 147 Dollar erholte. Für Unruhe sorgten zuletzt auch Offenlegungen über CEO Brian Armstrong. Dieser verkaufte in den vergangenen neun Monaten Anteile für über 500 Millionen Dollar.
Coinbase treibt derweil den Umbau zur „Everything Exchange“ voran. Künftig sollen Kunden nicht nur Kryptos, sondern auch Aktien, ETFs und Prognosekontrakte über die App handeln können. Für das laufende erste Quartal meldete das Unternehmen bereits Transaktionseinnahmen von etwa 420 Millionen Dollar.
Coinbase zahlt den Preis für die jüngste Marktkorrektur. Die Abhängigkeit von den Handelsgebühren bleibt das größte Risiko, auch wenn die Diversifizierung in Richtung Stablecoins und Abonnements an Stabilität gewinnt. Anleger bleiben vorerst weiter an der Seitenlinie.
13.02.2026, 08:20