VW hat auf die Übernahmegerüchte von Teilen einer Produktionsanlage am Standort Dresden durch den chinesischen EV-Hersteller BYD reagiert und diese entschieden zurückgewiesen. CarNewsChina.com hatte am 1. Mai berichtet, dass der chinesische Branchen-Primus in Betracht ziehe, sich an dem Werk zu beteiligen.
VW hatte in dem Werk zuletzt Elektrofahrzeuge gefertigt, wobei im vergangenen Jahr nur rund 6.200 Einheiten produziert wurden, bevor die Fertigung eingestellt wurde. Es ist also nicht abwegig, dass andere Hersteller den Standort für sich nutzen wollen – insbesondere die chinesischen Marken drängen stark auf den deutschen Markt.
Neben BYD sollen auch andere Hersteller wie MG und VW-Kooperationspartner XPeng Interesse gezeigt haben. VW widersprach jedoch sämtlichen Spekulationen und betonte, dass es keinerlei entsprechende Pläne gebe. Die Wolfsburger wollen den Standort stattdessen strategisch neu ausrichten und in einen Technologie- und Innovationscampus umwandeln.
Die BYD-Aktie reagiert am Dienstag im heimischen Handel in einem schwachen Gesamtmarktumfeld mit einem Minus von drei Prozent auf die News und büßt damit nicht nur den Vortagesgewinn ein, sondern rutscht auch auf den tiefsten Stand seit Anfang März. Aus charttechnischer Sicht ist damit allerdings kein größerer Schaden entstanden. Der Kurs befindet sich immer noch in einer mehrmonatigen Bodenbildung, welche er durch einen Ausbruch über das Jahreshoch bei 113,40 Hongkong Dollar abschließen könnte.
Die Übernahme von Teilen der VW-Produktion in Dresden hätte die Europa-Expansion von BYD natürlich beschleunigt. Die Kursreaktion am Dienstag ist angesichts des Dementi gerechtfertigt. Mittelfristig sollte BYD allerdings sowohl in Deutschland als auch ganz Europa weiter an Marktanteilen gewinnen können. DER AKTIONÄR rät deshalb weiterhin zum Kauf. Welche spannenden Titel aus dem Reich der Mitte Sie außerdem auf dem Schirm haben sollten, erfahren Sie im Börsenbrief China Stock Report.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Heute, 07:18