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06.07.2016 Werner Sperber

BO: Die Deutsche Bank ist günstig bewertet, also…

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Deutsche Bank

Börse Online erklärt, um den Anforderungen der Regulierungsbehörden zu entsprechen, muss die Deutsche Bank bis Ende des Jahres 2019 durchschnittlich 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital pro anno aufbauen. Vorstandsvorsitzender John Cryan möchte das ohne Kapitalerhöhung schaffen und sagt: „Ich rechne damit, dass wir unser Kapital organisch aufbauen können, was wir bedauerlicherweise über viele Jahre nicht getan haben.“ Derzeit würden allerdings auch die Argumente fehlen, um Investoren um frisches Kapital zu bitten.

Aktien von Banken sind seit der Abstimmung der Briten darüber, die Europäische Union (EU) verlassen zu wollen ohnehin stark unter Druck. Die Deutsche Bank hat nur mehr einen Börsenwert von rund 17 Milliarden Euro. Schutz vor einer möglichen Übernahme sucht Cryan jetzt ausgerechnet bei den Aufsichtsbehörden: „Wir leben nicht in einer Zeit, in der die Regulatoren große Übernahmen sehen wollen. Und wir sind weiterhin eine sehr große Bank.“ Auf die Auswirkungen eines Brexit sei der Konzern besser vorbereitet als viele Konkurrenten aus den USA, die jetzt erst Tochterfirmen in Kontinental-Europa gründen müssten, um auch künftig in der EU tätig sein zu können. Cryan beschwerte sich zudem über die Politik der niedrigen und Straf-Zinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Deswegen machten die Banken nicht nur mit den bei der EZB geparkten Einlagen Verluste, sondern auch mit Staatsanleihen zur Absicherung von Derivaten.

Die Akte der Deutschen Bank ist mit einem KGV von 7 für das nächste Jahr bewertet. Börse Online rät trotz dieser optisch günstigen Bewertung weiter dazu, die Anteile zu meiden. Das Rückschlagpotenzial für die Notierung reicht bis 9,90 Euro.

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