Die Aktie der Deutschen Bank zeigt nach der jüngsten Schwächephase am Dienstag eine leichte Gegenbewegung. Am späten Nachmittag steht ein Plus von knapp einem Prozent zu Buche. Zuvor hatte das Papier zeitweise noch unter Druck gestanden – ausgelöst durch vor allem einen Aspekt.
Am Dienstagvormittag gerieten europäische Bankwerte erneut ins Stocken. Belastend wirkten vor allem die eingetrübten Konjunkturerwartungen: Laut dem Helaba-Ökonomen Ulrich Wortberg haben die Folgen des Iran-Kriegs deutliche Spuren im ZEW-Index hinterlassen, der überraschend ins Minus gefallen ist.
Auch Aussagen von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sorgten zwischenzeitlich für Verunsicherung. Er warnte, dass der Iran-Krieg zu einem Rückschlag für die deutsche Wirtschaft werden könnte. Für die Jahre 2026 und 2027 habe man allerdings bereits konservativ geplant. An den Zielen will Sewing daher festhalten – auch wenn im ersten Quartal kaum Wachstum zu erwarten sei.
Gleichzeitig blickt der Vorstandschef optimistisch auf mögliche Marktverschiebungen im deutschen Bankensektor. Im Übernahmekampf um die Commerzbank sieht sich die Deutsche Bank gut positioniert.
Man sei bereit, neue Kunden zu gewinnen und habe verschiedene Szenarien durchgespielt. „Wie immer es ausgehen wird, ich denke, dass wir in jedem Fall profitieren werden“, so Sewing. Die Bank sehe weiterhin Wachstumspotenzial und verweist auf ihre starke Marktstellung in vielen Segmenten.
Die kurzfristige Stabilisierung der Aktie ändert nichts am angespannten Umfeld. Die Nervosität der Anleger bleibt hoch – insbesondere wegen der Risiken rund um den boomenden Private-Credit-Markt und mögliche Ansteckungseffekte zwischen Schattenbanken und klassischen Instituten. Zwar könnten sich durch die Commerzbank-Situation operative Chancen ergeben, doch übergeordnet dominieren weiterhin die Unsicherheiten. Nachdem kürzlich Stoppkurs ausgelöst wurde, ist die Aktie vorerst nur ein Wert für die Watchlist.
Heute, 15:59