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BMW‑Kapitalmarkttag: Heute gilt es!

BMW‑Kapitalmarkttag: Heute gilt es!
Foto: BMW
Bayerische Motoren Werke AG - %
Jan-Paul Fóri Heute, 08:27 ‧ Jan-Paul Fóri
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Die Lage bei BMW ist ernst. Die Profitabilität im Autogeschäft ist deutlich zurückgegangen, China bleibt ein Problem und gleichzeitig kostet der Wechsel zur Neuen Klasse zunächst Geld. Auf dem Kapitalmarkttag am 29. und 30. September muss der Autobauer deshalb zeigen, wie und wann die Margen wieder steigen sollen.

  • Die EBIT-Marge im Autogeschäft lag im zweiten Quartal bei nur 2,3 Prozent.
  • 2026 wird im Autogeschäft nur noch mit einem bis drei Prozent Marge gerechnet.
  • Die Neue Klasse soll langfristig Technologie, Effizienz und Rendite verbessern.

Die jüngsten Zahlen machen den Handlungsbedarf deutlich. Im zweiten Quartal erzielte das Autogeschäft eine EBIT-Marge von lediglich 2,3 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 5,4 Prozent. Im ersten Halbjahr lag die Marge bei 3,6 Prozent nach 6,2 Prozent im Vorjahr. Der Konzernumsatz sank um acht Prozent auf 62,3 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern ging um 29,4 Prozent auf vier Milliarden Euro zurück.

BMW hat seine Prognose für 2026 bereits deutlich gesenkt. Im Autogeschäft wird inzwischen nur noch eine EBIT-Marge von einem bis drei Prozent erwartet. Zuvor hatte BMW mit vier bis sechs Prozent gerechnet. Als Belastungen nennt der Konzern unter anderem die schwache Entwicklung in China, höhere Abschreibungen sowie Währungs- und Rohstoffeffekte. Hinzu kommen die Folgen der höheren Zölle.

Gerade deshalb richtet sich der Blick nun auf den Kapitalmarkttag. BMW muss dort nicht nur langfristige Ambitionen formulieren. Entscheidend ist, wie der Weg dorthin aussehen soll. Welche Einsparungen sind realistisch? Wie schnell greifen sie? Und wann kann die Marge wieder nachhaltig steigen?

Neue Klasse als Hoffnungsträger

Eine zentrale Rolle spielt die Neue Klasse. BMW bringt damit in den kommenden Jahren eine neue Fahrzeuggeneration auf den Markt. Sie soll unter anderem bei Technologie, Software und Effizienz Fortschritte bringen. Gleichzeitig fällt der Hochlauf in eine Phase, in der die Profitabilität bereits unter Druck steht.

Die neue Plattform ist damit Chance und Belastung zugleich. Entwicklungs- und Anlaufkosten müssen zunächst verkraftet werden. Entscheidend wird sein, wie schnell die neuen Modelle auf Stückzahlen kommen und ob BMW die Fahrzeuge zu attraktiven Preisen verkaufen kann. Ein hoher Absatz allein reicht nicht, wenn dafür die Rabatte steigen.

Erste Signale gibt es bereits: Im zweiten Quartal legten die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge in Europa um mehr als ein Drittel zu. Insgesamt gingen die Auslieferungen der BMW Group im ersten Halbjahr allerdings um 4,2 Prozent zurück. Besonders der chinesische Markt entwickelte sich schwach.

China bleibt das große Problem

Das Reich der Mitte ist für BMW dabei mehr als nur ein Absatzthema. Der chinesische Automarkt ist rückläufig, gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck durch heimische Hersteller. Höhere Exportvolumen aus China verschärfen laut BMW zudem den Wettbewerb in anderen Regionen, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum.

Das macht eine schnelle Margenerholung schwieriger. BMW kann die Profitabilität nicht allein über Kostensenkungen verbessern, wenn gleichzeitig Volumen und Preise unter Druck stehen. Genau deshalb wird auf dem Kapitalmarkttag auch die Frage wichtig sein, welche Rolle China künftig in der Strategie spielt.

BMW (WKN: 519000)

Nachdem die BMW-Aktie jüngst auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen ist, drängt sich ein Kauf aktuell nicht auf. Anleger bleiben vorerst an der Seitenlinie. 

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