Der Bitcoin setzt die Erholung des Vortags mit Nachdruck fort. Am Dienstag gewinnt die größte Kryptowährung zeitweise 2,6 Prozent bis auf 66.890 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit fünf Wochen. Bei den Börsennotierungen aus dem Sektor springt der Funke ebenfalls über: Die Papiere der Kryptobörse Coinbase schießen in der Spitze um 13 Prozent nach oben, der Kurs von Galaxy Digital legt bis zu 10 Prozent zu und der Bitcoin-Miner TeraWulf steigt heute um neun Prozent.
Den entscheidenden Impuls liefert das Weiße Haus. Nach einer monatelangen Hängepartie sollen sich die Senatoren beim Punkt der umstrittenen Ethikklausel im CLARITY Act geeinigt haben. Damit könnte eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer Abstimmung im Senat ausgeräumt sein. Der Gesetzentwurf soll den USA erstmals einen umfassenden Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte bescheren. Unter anderem würde klarer geregelt, wann Kryptowährungen als Wertpapiere oder als Rohstoffe gelten und welche Aufsichtsbehörde zuständig ist. Eine darin enthaltene Klausel, die als größter Streitpunkt galt, soll mögliche Interessenskonflikte politischer Amtsträger im Kryptogeschäft begrenzen.
US-Finanzminister Scott Bessent betonte am Dienstag gegenüber Fox Business, man befinde sich bei dem Gesetz im Senat kurz vor dem Ziel. Das Ziel der Administration ist klar: Der Passus soll noch vor der Sommerpause des Senats im August verabschiedet werden. Damit hat sich die Ausgangslage gegenüber dem Vortag spürbar aufgehellt. Noch am Montag taxierten die Händler auf der Prognoseplattform Polymarket die Wahrscheinlichkeit einer Unterzeichnung des CLARITY Act in diesem Jahr auf lediglich 31 Prozent (DER AKTIONÄR berichtete). Nach dem heute bekannt gewordenen Durchbruch ist die Quote inzwischen wieder auf 48 Prozent gestiegen.
Der politische Knoten könnte damit endlich platzen. Zum Feiern ist es allerdings zu früh: Die Demokraten haben die überarbeitete Ethikregelung offenbar noch nicht abschließend geprüft. Im Senat braucht das Vorhaben 60 Stimmen und damit Unterstützung aus beiden politischen Lagern. Den Marktteilnehmern reicht heute aber allein das Signal, dass der monatelange politische Stillstand enden könnte, und die Hoffnung darauf, dass die Rechtssicherheit neues institutionelles Kapital in den Kryptomarkt lockt, aus.
Charttechnisch rückt nach dem heutigen Sprung die runde Marke von 70.000 Dollar mehr und mehr ins Visier. Für eine Trendwende reicht die Gegenbewegung allerdings noch nicht aus. Seit Jahresbeginn 2026 summieren sich die Verluste beim Bitcoin weiterhin auf rund ein Viertel. Der GD50 und GD200 zeigen weiter abwärts. Erst die Rückeroberung der 200-Tage-Linie würde das Bild spürbar aufhellen.
Auf lange Sicht bleibt DER AKTIONÄR für Bitcoin bullish. Investierte Anleger sollten sich von den Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Neueinsteiger sollten hingegen ein klares Kaufsignal abwarten. Bei Coinbase, Strategy und anderen Aktien aus dem Krypto-Sektor rät DER AKTIONÄR aufgrund des schwachen Chartbilds derzeit von einem Einstieg ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin, Galaxy Digital Inc..
21.07.2026, 20:20
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