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05.11.2021 Leon Müller

BioNTech: Fake-Vorwurf um Impfstoff, irre Spekulationen um Pfizer-Chef Bourla

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BioNTech

Es ist ein Blutbad vor dem Wochenende. In die Reihe schlechter Meldungen um BioNTech mischen sich jetzt wilde Spekulationen und Fake-Vorwürfe. Dabei geht es um harte Anschuldigungen hinsichtlich der Wirksamkeit des von BioNTech und Pfizer vertriebenen Impfstoffs. Und es geht um Pfizer-CEO Albert Bourla.

Die Schlussglocke rettet BioNTech: Die Aktie des Mainzer Biotechnologieunternehmens hat innerhalb weniger Stunden mehr als ein Viertel ihres Wertes verloren. Ursächlich dafür sind zum einen schwache Zahlen des Konkurrenten Moderna, der obendrein seine Jahresprognose kassiert hat. Zum anderen hat ausgerechnet BioNTech-Partner Pfizer Daten zu seinem Corona-Medikament veröffentlicht, das einen Gamechanger-Effekt bei der Behandlung von Corona-Erkrankten bedeuten könnte. Doch das soll nicht alles sein. Im Netz kursieren jetzt wilde Gerüchte und irre Spekulationen.

Die Anschuldigungen Richtung BioNTech reichen von Aussagen einer Whistleblowerin, die wenige Tage bei einem Subunternehmen in den USA beschäftigt war. Bis hin zu handfesten Fake-News mit Blick auf die Wirksamkeit des Impfstoffes Comirnaty, das BioNTech gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer vertreibt. Der Chef des US-Pharmariesen, Albert Bourla, soll dem Bericht einer kanadischen Website (wir verzichten bewusst auf eine Verlinkung zum besagten "Artikel") zufolge verhaftet worden sein. Eine glatte Lüge. Bourla hat am heutigen Freitag u.a. beim US-Wirtschaftssender CNBC ein Live-Interview gegeben. Zu sehen ist es hier. Er ist ein freier Mann.

In den negativen Newsflow mischen sich mit fallenden Kursen auch Fake-News in die Berichterstattung. Anleger sollten den Absender solcher Nachrichten genau prüfen. Fake-News verbreiten sich heute durch soziale Netzwerke rasend schnell – und können eine kursbeeinflussende Wirkung haben. Albert Bourla ist nicht in Haft. Und der Impfstoff von BioNTech ist nicht unwirksam – zumindest gibt es dafür keinen neuen Beleg.

Der Kurssturz ist zurückzuführen auf ein  Gemenge aus schwachen Zahlen von Moderna und der Ankündigung von Pfizer ein wirksames Medikament gegen Corona entwickelt zu haben. Nicht vergessen werden sollte dabei, dass Pfizer erst vor wenigen Tagen die Umsatzprognose für seinen Corona-Impfstoff angehoben hat. Pfizer und BioNTech teilen sich die Einnahmen 50 zu 50. DER AKTIONÄR erwartet, dass auch BioNTech kommende Woche bei der Vorlage seiner Quartalszahlen seine Jahresprognose nach oben anpassen wird.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß § 85 WpHG: Aktien von BioNTech befinden sich im AKTIONÄR-Depot und im Hebel-Depot.

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