02.05.2020 Marion Schlegel

Berkshire Hathaway: Nach Rekordverlust – Warren Buffett im Fokus

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Berkshire Hathaway

Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von US-Staranleger Warren Buffett hat den Betriebsgewinn im ersten Quartal trotz der Corona-Krise deutlich gesteigert. Verglichen mit dem Vorjahreswert kletterte das Ergebnis in den drei Monaten bis Ende März um rund sechs Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro), wie Berkshire Hathaway am Samstag in Omaha mitteilte. In der wichtigen Versicherungssparte legten die Einnahmen kräftig zu.

Beim Nettoergebnis verzeichnete Berkshire indes einen Rekordverlust von 50 Milliarden Dollar, da die jüngsten Börsenturbulenzen viele Aktien massiv ins Minus brachten. Als Gradmesser für den Geschäftsverlauf gilt diese Kennziffer jedoch als ungeeignet, da sie durch den Ausweis unrealisierter Investmentgewinne und -verluste verzerrt ist und enorm schwankt. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatte es hier einen Überschuss von 21,7 Milliarden Dollar gegeben.

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

Der Druck auf den 89-jährigen Buffett, die hohen Geldreserven von Berkshire Hathaway zu investieren, wird in der Krise indes nicht geringer. Zum Quartalsende saß der Börsen-Guru auf liquiden Mitteln in Höhe von 137 Milliarden Dollar, das waren fast zehn Milliarden mehr als ein Vierteljahr zuvor. An den Finanzmärkten wird schon seit Jahren auf seinen nächsten großen Deal hingefiebert. Buffett tut sich mit Zukäufen seit langem schwer, da ihm die Bewertungen zu hoch sind.

Zur Corona-Krise hat die Investorenlegende sich bislang relativ bedeckt gehalten, das könnte sich an diesem Wochenende jedoch noch ändern. Mit Spannung erwarteten seine Anhänger, was Buffett bei der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway am heutigen Samstagabend (MESZ) zur Lage an den Finanzmärkten sagen wird. Das eigentlich als "Woodstock der Kapitalisten" bekannte Event, wegen dem normalerweise Zehntausende nach Omaha in Nebraska pilgern, kann wegen der Pandemie diesmal nur im Internet stattfinden.

Buffetts Berkshire Hathaway ist nichts für Trader, sondern für Langfrist-Investoren. Das „Orakel aus Omaha“ hat über die Jahre hinweg mehrfach bewiesen, ein Händchen für lukrative Investments zu besitzen. Die aktuelle Schwächephase kann daher durchaus als Kaufgelegenheit betrachtet werden. Man darf gespannt sein, was Buffett heute Abend zu sagen hat.

(Mit Material von dpa-AFX)

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Wenn Warren Buffett und Charlie Munger zur Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung bitten, hört die gesamte Finanzwelt gebannt zu. Zehntausende pilgern zu dem jährlich stattfindenden Happening. Dort erklären Buffett und Munger ihre Investmententscheidungen, äußern sich zur weltwirtschaftlichen Lage und geben intime Einblicke in ein Denken, das Buffett zum größten Investor aller Zeiten gemacht hat. Daniel Pecaut und Corey Wrenn haben quasi stellvertretend für ihre Leser regelmäßig die Aktionärstreffen beim „Orakel von Omaha“ besucht und mitgeschrieben. „University of Berkshire Hathaway“ ist das Skript von 20 Jahren Omaha. Die Autoren zitieren die wichtigsten Aussagen der Investment-Gurus, ordnen ein und erklären Hintergründe. Ein geniales „Tagebuch“ für alle Buffett- und Munger-Fans und ein unverzichtbarer Ratgeber für alle Value-Investoren.

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