Sieben neue Highflyer: Nach Apple, Tesla & Co
30.01.2020 Nikolas Kessler

Berkshire-Hathaway-Beteiligung BH Media: Buffett wirft das Handtuch

-%
Berkshire Hathaway

Das Geld für seine ersten Aktienkäufe hat Warren Buffett einst als Zeitungsjunge verdient, später kaufte er ganze Verlage ins Portfolio seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Der Wandel in der Medienbranche geht jedoch auch an diesen Firmen nicht spurlos vorbei. Jetzt hat der Starinvestor die Reißleine gezogen.

Am Mittwoch hat die Buffett-Holding den Verkauf des kompletten Zeitungsgeschäfts an das Partnerunternehmen Lee Enterprises bekanntgegeben. Betroffen davon ist die gesamte Berkshire Hathaway (BH) Media Group mit über 31 lokalen Tageszeitungen und 49 Wochenblättern sowie die Zeitung The Buffalo News, die sich seit 1977 im direkten Besitz von Berkshire Hathaway befindet.

Grund für den Verkauf ist der tiefgreifende Wandel in der Medienbranche, der sich vor allem bei kleineren Printmedien in massiv sinkenden Auflagen niederschlägt. Die rückläufigen Werbeeinnahmen hatten immer wieder Stellenstreichungen zur Folge. Im letzten Jahr sagte Buffett, die meisten lokalen Zeitungen seien „erledigt“.

Doppelt so viel Reichweite

Für Käufer Lee Enterprises ist der Deal trotzdem von großer Bedeutung. Durch den Kauf kann das Unternehmen seine Leserschaft und die Zahl seiner Publikationen auf einen Schlag etwa verdoppeln. Die Aktie des Unternehmens ist daraufhin am Mittwoch in der Spitze um 80 Prozent nach oben geschossen.

Lee ist für Buffett zudem kein Unbekannter: Das Unternehmen hat bereits seit 2018 das operative Geschäft von BH Media gemanagt. Der Verkauf seines Zeitungsgeschäfts an ein anderes Unternehmen sei für ihn nicht in Frage gekommen, so Buffett. „Wir glauben, dass Lee am besten positioniert ist, um die Herausforderungen in der Branche zu meistern.“

Typischer Buffett-Deal zur Finanzierung

Den Kaufpreis für BH Media und The Buffalo News beziffern die beiden Unternehmen auf 140 Millionen Dollar in bar. Der Clou: Das Geld für den Kauf sowie weitere 436 Millionen Dollar zur Refinanzierung von Schulden und zur Stärkung der Cash-Position erhält Lee Enterprises im Rahmen einer langfristigen Finanzierung von Berkshire Hathaway. Im Gegenzug kassiert die Buffett-Holding neun Prozent Zinsen im Jahr. So viel dürfte Buffett mit seinen Zeitungen schon lange nicht mehr verdient haben.

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

Buffett-Aktie nahe Allzeithoch

Auch wenn es für Buffett in den letzten Jahren immer schwerer wurde, die Performance des S&P 500 zu übertreffen, befindet sich die Berkshire-B-Aktie seit Jahren in einem langfristigen Aufwärtstrend. Erst Mitte Januar hat sie bei 231,61 Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Langfristig orientierte Anleger bleiben dabei und lassen die Gewinne laufen.

Buchtipp: University of Berkshire Hathaway

Wenn Warren Buffett und Charlie Munger zur Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung bitten, hört die gesamte Finanzwelt gebannt zu. Zehntausende pilgern zu dem jährlich stattfindenden Happening. Dort erklären Buffett und Munger ihre Investmententscheidungen, äußern sich zur weltwirtschaftlichen Lage und geben intime Einblicke in ein Denken, das Buffett zum größten Investor aller Zeiten gemacht hat. Daniel Pecaut und Corey Wrenn haben quasi stellvertretend für ihre Leser regelmäßig die Aktionärstreffen beim „Orakel von Omaha“ besucht und mitgeschrieben. „University of Berkshire Hathaway“ ist das Skript von 20 Jahren Omaha. Die Autoren zitieren die wichtigsten Aussagen der Investment-Gurus, ordnen ein und erklären Hintergründe. Ein geniales „Tagebuch“ für alle Buffett- und Munger-Fans und ein unverzichtbarer Ratgeber für alle Value-Investoren.

Autoren: Pecaut, Daniel Wrenn, Corey
Seitenanzahl: 384
Erscheinungstermin: 04.07.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-618-9