02.12.2019 Nikolas Kessler

Berkshire Hathaway: 128 Milliarden Dollar Cash – und trotzdem nicht genug

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Berkshire Hathaway

Warren Buffett hat mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway satte 128 Milliarden Dollar Cash für Übernahmen auf der hohen Kante – und in der Vorwoche trotzdem wieder den Kürzeren gezogen.

Der US-amerikanische IT-Konzern Tech Data steht zum Verkauf – und hat einen prominenten Interessenten: Hinter einem bislang unbekannten Bieter für das Unternehmen stecke niemand geringeres als Berkshire Hathaway, meldete CNBC am Freitag. Demnach hat die Buffett-Holding Mitte November 140 Dollar pro Aktie des Tech-Unternehmens geboten.

Bereits wenige Tage später sei Buffett jedoch von der Private-Equity-Firma Apollo Global Management überboten worden, die aktuell 145 Dollar pro Tech-Data-Aktie auf den Tisch legt. Auf Grundlage dessen kommt der Tech-Konzern auf eine Bewertung von rund sechs Milliarden Dollar (einschließlich Schulden).

Buffett bessert nicht nach

Zwar nimmt Tech Data noch bis zum 9. Dezember Gebote entgegen. Buffett hat gegenüber CNBC aber bereits ausgeschlossen, dass er seine Offerte noch einmal nachbessert. Der 88-Jährige ist kein Fan solcher Auktionen und hat es in der Vergangenheit wiederholt abgelehnt, seine Übernahmegebote zu erhöhen.

Ohnehin wäre eine Übernahme dieser Größenordnung nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen: Die sechs Milliarden Dollar entsprächen gerade einmal 4,7 Prozent des gesamten Cash-Bergs, den Berkshire Hathaway in den vergangenen Jahren angesammelt hat.

Buffett selbst hat immer wieder deutlich gemacht, dass er damit am liebsten eine oder mehrere Mega-Übernahmen tätigen würde. Angesichts der „schwindelerregenden Bewertungen für anständige Unternehmen“ tut sich der Value-Investor bei der Suche nach geeigneten Zielen jedoch schwer.

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

Berkshire-Aktie schwächelt

Unter diesem Makel leidet inzwischen auch die Entwicklung der Berkshire-Aktie. Die ist eigentlich dafür berühmt, den S&P 500 regelmäßig und deutlich zu übertreffen. Doch in diesem Jahr läuft sie dem US-Leitindex klar hinterher. Trotz spürbarer Kursgewinne seit Anfang November droht auf Jahressicht die schlimmste Underperformance seit dem Jahr 2009.

Langfristig orientierte Anleger können bei der Berkshire-B-Aktie aber trotzdem dabei bleiben. Sollte die erhoffte Mega-Übernahme doch noch kommen, könnte das dem Kurs frische Impulse liefern. Andernfalls könnten früher oder später weiteren Aktienrückkäufen oder gar die Ausschüttung einer Dividende für Auftrieb sorgen.

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