03.01.2020 Nikolas Kessler

Berkshire Hathaway: Buffett lehnt dankend ab

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Berkshire Hathaway
Trendthema

Warren Buffett und viele Aktionäre seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway sehnen sich nach großen Übernahmen. Kapital dafür wäre genug da. Dennoch bleibt der 89-jährige Star-Investor seinen Prinzipien treu und schaut genau hin, ehe er Geld in die Hand nimmt.

So hätte Buffett laut einem Bericht der Financial Times (FT) die Möglichkeit gehabt, den traditionsreichen US-Juwelier Tiffany & Co zu übernehmen. Nachdem der Luxuskonzern LVMH sein Interesse an Tiffany bekundet hatte, haben dessen Berater Centerview und Goldman Sachs vier weitere potenzielle Bieter angesprochen – darunter auch Warren Buffett, sagten Insider der Zeitung.

Der Milliardär habe das Angebot jedoch „höflich abgelehnt“, schreibt die FT. Buffett selbst bestätigte, dass es ein entsprechendes Gespräch gegeben hat.

Die Absage kommt durchaus überraschend, denn laut früherer Berater habe Buffett den Juwelier lange als mögliches Übernahmeziel betrachtet. Im Jahr 2009 war er Tiffany bereits mit Anleihekäufen im Volumen von 250 Millionen Dollar zur Seite gesprungen, nachdem das Unternehmen im Zuge der Finanzkrise in Schieflage geraten war.

Weg frei für Übernahme durch LVMH

Auch die übrigen, namentlich nicht genannten Bieter wollten die Offerte von LVMH nicht überbieten, sodass der französische Konzern für rund 16,6 Milliarden Dollar einschließlich Schulden den Zuschlag erhielt.

Buffett sitzt derweil weiterhin auf einem Cash-Berg von zuletzt rund 128 Milliarden Dollar, der im Niedrigzinsumfeld kaum Erträge abwirft. Das entspricht inzwischen rund einem Viertel der Marktkapitalisierung von Berkshire Hathaway.

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

Wohin mit dem ganzen Geld?

Am liebsten würde er noch einen oder mehrere Mega-Deals durchziehen, das hat der Starinvestor immer wieder klargestellt. Angesichts der hohen Bewertungen tut er sich jedoch seit Jahren schwer, attraktive Übernahmeziele zu finden.

Die Meinung unter den Berkshire-Aktionären dazu ist gespalten: Während die einen den verpassten Chancen nachtrauern und endlich neue Investitionen sehen wollen, teilen die anderen Buffetts Einschätzung, wonach viele Unternehmen inzwischen überbewertet sind.

Weitgehende Einigkeit besteht indes darüber, dass Berkshire beim nächsten größeren Rückschlag an den Aktienmärkten wieder im großen Stil kaufen wird. Langfristig orientierte Anleger können mit der Berkshire-B-Aktie ebenfalls auf dieses Szenario setzen.

Buchtipp: University of Berkshire Hathaway

Wenn Warren Buffett und Charlie Munger zur Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung bitten, hört die gesamte Finanzwelt gebannt zu. Zehntausende pilgern zu dem jährlich stattfindenden Happening. Dort erklären Buffett und Munger ihre Investmententscheidungen, äußern sich zur weltwirtschaftlichen Lage und geben intime Einblicke in ein Denken, das Buffett zum größten Investor aller Zeiten gemacht hat. Daniel Pecaut und Corey Wrenn haben quasi stellvertretend für ihre Leser regelmäßig die Aktionärstreffen beim „Orakel von Omaha“ besucht und mitgeschrieben. „University of Berkshire Hathaway“ ist das Skript von 20 Jahren Omaha. Die Autoren zitieren die wichtigsten Aussagen der Investment-Gurus, ordnen ein und erklären Hintergründe. Ein geniales „Tagebuch“ für alle Buffett- und Munger-Fans und ein unverzichtbarer Ratgeber für alle Value-Investoren.

Autoren: Pecaut, Daniel Wrenn, Corey
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