27.12.2010 Steffen Eidam

Berentzen peilt internationales Wachstum an

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Trendthema

Der Spirituosen-Hersteller Berentzen forciert sein Engagement im Ausland. Firmenlenker Blaschak rechnet 2011 mit einem zweistelligen Wachstum des Auslandsgeschäfts. Zieht die Aktie weiter an?

Das Traditionsunternehmen Berentzen blickt dank einer umfassenden Umstrukturierung auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, nachdem es noch ein Jahr zuvor längst nicht so rosig ausgesehen hat. Nach dem gelungenen Turnaround forciert der Konzern jetzt seine Aktivitäten im Ausland. Wann erwacht die Aktie?

Wachstum im Osten

Berentzen möchte in Zukunft jede zweite Markenflasche im Ausland verkaufen. "Ich rechne 2011 mit einem zweistelligen Wachstum in unserem Auslandsgeschäft", sagte Vorstandschef Stefan Blaschak dem Berliner Tagesspiegel. Das niedersächsischen Traditionsunternehmen nimmt dabei vor allem Russland und China ins Visier. Im Geburtsland des Wodka werden jährlich durchschnittlich 20 Liter Hochprozentiges pro Kopf getrunken - davon zu 90 Prozent Wodka, so Blaschak. Berentzen versucht, die alte russische Wodka-Marke Rasputin wiederzubeleben. Derzeit kommt Berentzen auf einen Exportanteil von lediglich 25 Prozent.

Profitkurve zeigt nach oben

Im Geschäftsjahr 2009 gelang Berentzen mit einem Umsatz von 170 Millionen Euro und einen Überschuss von 3,8 Millionen Euro der Turnaround. Im laufenden Jahr sollen die Formkurve nach Unternehmensangaben weiter nach oben zeigen. Schätzungen zufolge könnte der Gewinn je Aktie von 0,43 Euro auf je 0,60 Euro ansteigen. Für 2011 liegen die Schätzungen der Analysten bei 0,75 Euro je Anteilsschein, hieraus errechnet sich ein günstiges 2011er-KGV von etwa 7.

Vor dem Hintergrund einer deutlich verbesserten Finanzbasis und einer soliden Eigenkapitalquote von 43 Prozent ist die Aktie aktuell noch kaufenswert. Im Sog einer wiedererstarkten Konsumlust könnte die Aktie bis auf 6,30 Euro ansteigen. Anleger setzen ihren Stopp bei 4,20 Euro.