15.02.2019 Michel Doepke

Bayer: Brisanter Zündstoff – die Uhr tickt

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Bayer
Trendthema

Wenige Tage vor dem nächsten Glyphosat-Prozess sorgt eine neue Studie zu Glyphosat-basierten Herbiziden (GBH) für Zündstoff. Wie The Guardian berichtet, gebe es "einen zwingenden Zusammenhang" zwischen Unkrautvernichtungsmitteln mit dem Totalherbizid und einer speziellen Krebserkrankung. Keine positiven Vorzeichen für den Bayer-Konzern, bei dem richtungsweisende Wochen auf der Agenda stehen.

Interessante Details

Die britische Tageszeitung bezieht sich auf die Studie mit dem Titel: "Exposition gegenüber Glyphosat-basierten Herbiziden und das Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome: eine Meta-Analyse und stützende Beweise" – mit einer brisanten Erkenntnis: Demnach haben Menschen mit hoher Exposition (Betroffene, die hohen Konzentrationen von Glyphosat ausgesetzt sind) gegenüber den Pestiziden ein um 41 Prozent erhöhtes Risiko, das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) zu entwickeln.

Positive News aus der Pharma-Sparte verpufft

Während sich bei der Sparte Crop Science nach wie vor alles um Monsanto und Glyphosat dreht, gibt es erfreuliche Nachrichten aus der Pharma-Sparte. Bayer vermeldete positive Studienergebnisse für den nicht-steroidalen Androgenrezeptor-Antagonisten Darolutamid in einer Kombi-Therapie. Doch die Nachricht verpufft, Anleger fokussieren sich aktuell auf die Monsanto-Thematik und den bevorstehenden Prozess in den USA, der für den 25. Februar terminiert ist. Einen Tag später wird sich Bayer zur geplanten Dividende äußern, ehe die Leverkusener am 27. Februar den Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen.

Quelle: Bayer

Richtungsweisende Monate stehen bevor

In Sachen Glyphosat-Prozesse in den USA läuft der Countdown und auch auf fundamentaler Ebene wird es spannend, welche weiteren Schritte Bayer in den kommenden Monaten unternimmt, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen und das angekratzte Image wieder aufzupolieren. Aktionäre und Management dürften alles andere als zufrieden mit der Kursentwicklung der zurückliegenden 52 Wochen sein.

Zukäufe zurückstellen

Anleger, die zuletzt auf eine charttechnische Erholung gesetzt haben, sollten die Position mit einem Stopp knapp unterhalb des Dezember-Tiefs absichern. Neueinsteiger warten die weitere Entwicklung bei den Glyphosat-Prozessen ab.