In der Diskussion über ein mögliches BASF-Übernahmeangebot für Evonik spricht sich die oppositionelle SPD in Nordrhein-Westfalen dafür aus, dass auch das Land eine Beteiligung an dem Konzern prüft. Die Landesregierung solle untersuchen, ob NRW Gesellschafterin werden könne, "und somit RAG-Stiftung und Land NRW über 50 Prozent plus X am Konzern verfügen".
Über den Vorstoß soll nach Angaben der SPD in der kommenden Woche im Plenum beraten werden. Zuvor hatte das „Manager Magazin“ darüber berichtet. SPD-Fraktionschef Jochen Ott sagte dem Magazin: "Das Land würde damit die Bedeutung des Unternehmens für das Ruhrgebiet nicht nur untermauern, sondern auch ein Stabilitätsanker werden". Die RAG-Stiftung, die für die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus aufkommt, hält nach Angaben von Evonik derzeit etwa 43 Prozent der Aktien.
Die SPD-Abgeordneten sprechen sich dafür aus, dass Evonik ein eigenständiges Unternehmen bleibt. Die Landesregierung solle ihre Industriepolitik darauf ausrichten, "Evonik als starken und eigenständigen Konzern mit Unternehmenszentrale, Beschäftigung und wesentlichen Entscheidungsfunktionen in Nordrhein-Westfalen zu erhalten und weiterzuentwickeln", steht im Antrag.
Nach dem Willen der Fraktion soll die Eigenständigkeit des Unternehmens mit Investitionen, Arbeitsplatzsicherheit und langfristigen Perspektiven für die Standorte einhergehen. Kommt es dennoch zu einem Verkauf oder einer Übernahme, müsse das Land auf verbindliche Zusagen zum Schutz von Beschäftigung, Standorten und Investitionen drängen. Die SPD fordert, "Betriebsbedingte Kündigungen, der Abbau von Arbeitsplätzen sowie die Schließung oder Verlagerung wesentlicher Unternehmensbereiche sollen für einen belastbaren Zeitraum ausgeschlossen werden".
Vor rund zwei Wochen hatten die beteiligten Unternehmen und die RAG-Stiftung, Evoniks größter Anteilseignerin, ein Interesse an einer Übernahme öffentlich gemacht. Evonik bezeichnete die Kontaktaufnahme von BASF als unverbindlich und erklärte: "Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet." Derzeit werde darüber nicht verhandelt. BASF teilte mit: "Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen."
Es bleibt weiterhin spannend in dieser Angelegenheit: DER AKTIONÄR rät weiterhin dazu, sowohl bei BASF (Stoppkurs: 39,00 Euro) als auch bei Evonik (Stoppkurs: 13,00 Euro) nach wie vor an Bord zu bleiben.
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Enthält Material von dpa-AFX
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