BASF ist weiter entschlossen, eine der größten Übernahmen der deutschen Börsengeschichte durchzuziehen. Im Werben um Evonik soll der BASF-Vorstand nun noch einmal nachgelegt haben. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, bot der Ludwigshafener Konzern zuletzt rund 24 Euro je Evonik-Aktie.
Für sämtliche Anteile entspräche das einem Gesamtwert von mehr als 11 Milliarden Euro. Eine offizielle Bestätigung für das neue Angebot gibt es bislang nicht. Der aktuelle Vorstoß folgt auf eine erste Annäherung Ende September. Damals signalisierte BASF Interesse an einer Übernahme des Spezialchemiekonzerns und nahm Kontakt zu Evonik sowie zur RAG-Stiftung auf. Berichten zufolge lag das erste, unverbindliche Angebot bei 22,15 Euro je Aktie – insgesamt rund 10,3 Milliarden Euro. Evonik wies diesen Preis als zu niedrig zurück. Zu formellen Verhandlungen kam es zunächst nicht; BASF erhielt auch keinen Einblick in die Geschäftsbücher des Unternehmens. Die RAG-Stiftung als Anteilseignerin war ebenfalls in die Sondierungen einbezogen.
Mitte Oktober wurde bekannt, dass BASF grundsätzlich über ein höheres Gebot sprechen könnte – allerdings erst, wenn der Konzern Einblick in die Bücher von Evonik erhält. Ob eine solche Prüfung inzwischen stattgefunden hat und ob die nun berichteten 24 Euro bereits als verbindliches Angebot gelten, ist offen. Eine Einigung oder ein Abschluss der Übernahme ist damit noch nicht erreicht.
Evonik wollte den neuen Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Ein BASF-Sprecher war zunächst nicht erreichbar. An der Börse sorgten die Übernahmespekulationen für Bewegung: Die Evonik-Aktie stieg zeitweise auf 21,50 Euro und lag damit knapp vier Prozent im Plus.
Es dürfte spannend werden, wie der Evonik-Vorstand auf das nun noch höhere Angebot reagiert. Auf jeden Fall wird es für den Ludwigshafener Chemieriesen aber kein leichter Weg werden, da es auch in der Politik noch einige Zweifler an einem derartigen Deal gibt. Wer bei den Anteilscheinen des DAX-Konzerns investiert ist, beachtet den Stopp bei 39,00 Euro. Evonik-Aktionäre sichern ihre Position mit einem Stopp bei 16,00 Euro nach unten ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 13:58
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