Die Aktie von BASF hat in den vergangenen Handelstagen weiteren Boden gut machen können. Der Chemieriese plant indes eine Neuausrichtung seines Berliner Standorts. Künftig sollen dort weniger Aufgaben angesiedelt sein, während zentrale Funktionen an einen neu entstehenden globalen Hub in Indien verlagert werden.
Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit strategischen Überlegungen: "Die Initiative ist Teil einer umfassenderen Transformation, die darauf abzielt, das Serviceportfolio zu schärfen, Standardisierung und Automatisierung weiter voranzutreiben und verstärkt kosteneffiziente Standorte zu nutzen."
Von der geplanten Verlagerung betroffen sind insbesondere Bereiche wie Finanzen, Personalwesen und globale Geschäftsdienstleistungen. In Berlin sollen dagegen lediglich Einheiten verbleiben, "die sinnvoll auf regionaler Ebene gebündelt werden können". Welche konkreten Tätigkeiten darunterfallen, ließ der Konzern offen. Ebenso blieb zunächst unklar, wie viele der insgesamt rund 2.800 Arbeitsplätze in der Hauptstadt betroffen sein werden.
Auch politisch stößt das Vorhaben auf Kritik. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner reagierte mit Sorge auf die Ankündigung. "Berlin hat sich über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort für die BASF erwiesen", erklärte er. Daher erwarte er von dem Unternehmen "eine transparente und nachvollziehbare Darstellung der weiteren Planungen für den Standort Berlin".
Zudem forderte Wegner einen verantwortungsvollen Umgang mit den Beschäftigten. Ein sozialverträgliches Vorgehen sowie die rechtzeitige Einbindung der Betriebsräte seien unerlässlich. Er kündigte an, zeitnah Gespräche mit der Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern aufzunehmen. Deutliche Kritik kam auch von der Gewerkschaft IG BCE. Sie bezeichnete die Pläne als unverantwortlich. "Mit diesem beschäftigungspolitischen Schlag führt BASF ein tarifliches Vorzeigeprojekt zu einem Ende, mit dem wir Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen haben", erklärte der Vorsitzende Michael Vassiliadis.
BASF versucht weiterhin, an sehr vielen Stellen die Kosten zu senken. An der Börse wurde dies zuletzt honoriert. Die Aktie von BASF verteuerte sich deutlich. Die im historischen Vergleich immer noch relativ günstig bewertete Dividendenperle bleibt attraktiv. Der Stoppkurs kann vorerst noch bei 36,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 06:59