05.02.2019 Nikolas Kessler

Axel Springer: Bald Blockchain-Payments für BILD, WELT & Co?

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Axel Springer
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Axel Springer setzt bei der Monetarisierung von Medieninhalten künftig auch auf die Blockchain-Technologie. Über ein gemeinsames Angebot mit dem Payment-Dienst SatoshiPay sollen Leser schon bald digital per Wallet für Content bezahlen können.

Wie die beiden Unternehmen in einem gemeinsamen Statement bei Medium bekanntgaben, soll der Zahlungsdienst von SatoshiPay in verschiedene Springer-Produkte integriert werden. So sollen Leser mit Hilfe der Wallet von SatoshiPay direkt von ihrem Endgerät und ohne Umweg über einen Mittelsmann für Publikationen des Medienkonzerns bezahlen können.

Technisch basiert SatoshiPay auf der Stellar-Blockchain, Kryptowährungen sind dafür aber nicht zwangsläufig nötig. Denn über die Plattform lassen sich alle möglichen Werte sicher und innerhalb von Sekunden transferieren – auch Euro oder US-Dollar.

Weiterer Vorteil: Durch die vergleichsweise geringen Kosten lohnt sich auch die Erhebung und Abrechnung von Kleinstbeträgen. „Blockchain-Zahlungen können die Transaktionskosten deutlich senken und damit neue Monetarisierungssysteme für Inhalte ermöglichen. SatoshiPay bietet eine schlüsselfertige Lösung, die es uns ermöglicht, die Blockchain-Technologie sofort zu nutzen und unseren Kunden anzubieten“, so Valentin Schöndienst, Vize-Präsident New Business bei Axel Springer.

Auch SatoshiPay-Gründer Meinhard Benn freut sich über die Kooperation mit dem Medienunternehmen. Seit dem Start im Jahr 2014 sei es ihm darum gegangen, die Technologie aus dem Versuchslabor in den Mainstream zu überführen. „Ein Partner mit einer enormen Reichweite wie Axel Springer hilft uns dabei, dieses Ziel zu erreichen.“

Vorreiter bei der Digitalisierung

Axel Springer hat rechtzeitig auf den Wandel in der Medienbranche reagiert und erwirtschaftet inzwischen 69 Prozent der Gesamterlöse und sogar 85 Prozent der Werbeerlöse digital. Eine frühe Auseinandersetzung mit der Blockchain-Technologie erscheint da nur folgerichtig. Die Springer-Aktie steht nach ihrer Talfahrt über weite Strecken des vergangenen Jahres derzeit allerdings nur auf der Watchlist.