Bei Deutz zahlt sich der eingeleitete Konzernumbau zunehmend aus. Im traditionell eher schwachen ersten Quartal verzeichnete der Motorenhersteller deutlichen Anstieg beim Auftragseingang. Vorstandschef Sebastian Schulte zeigte sich insbesondere von der Entwicklung im klassischen Motorengeschäft positiv überrascht. Die Aktie hebt ab.
„Das gute Momentum, das wir haben, stützt ganz klar unsere Jahresziele“, so der Deutsch-Vorstand auf der heutigen Pressekonferenz. Sollte die Dynamik im Jahresverlauf anhalten, schloss der Manager sogar eine Einengung der bisherigen Prognosespanne nicht aus.
Von Januar bis März erhöhte sich der Auftragseingang um gut 41 Prozent auf 771 Millionen Euro. Deutz berichtete dabei insbesondere zum Quartalsende von einer Erholung in den Bereichen Bau- und Landmaschinen. Im größten Geschäftsbereich Motoren stiegen die Bestellungen um mehr als ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Laut Schulte setzte sich die positive Entwicklung auch im April fort.
Der Konzernumsatz legte im ersten Quartal um 8,4 Prozent auf 530 Millionen Euro zu. Neben dem klassischen Motorengeschäft trugen laut Schulte zunehmend auch die neuen Geschäftsfelder Energie und Verteidigung sowie das Servicegeschäft zum Wachstum bei.
Noch stärker entwickelte sich das operative Ergebnis. Dabei profitierte Deutz auch von seinem laufenden Sparprogramm. Alle Maßnahmen seien erfolgreich angestoßen worden, zudem werde das ursprüngliche Einsparziel von 50 Millionen Euro voraussichtlich um rund zehn Prozent übertroffen.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sprang um fast 46 Prozent auf 37,3 Millionen Euro nach oben. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent. Zudem reduzierte der Konzern den operativen Verlust im kleinsten Geschäftsbereich rund um Batteriemanagementsysteme und Wasserstoffmotoren deutlich.
Unter dem Strich erzielte Deutz wieder einen Gewinn. Nach einem Verlust von zehn Millionen Euro im Vorjahresquartal stand nun ein Überschuss von 21,8 Millionen Euro in den Büchern.
Die Jahresprognose bestätigte das Management. Für 2026 peilt Deutz weiterhin einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro an. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf 6,5 bis 8,0 Prozent steigen, nach 5,5 Prozent im Vorjahr.
Der Konzern hatte 2024 angesichts schwacher Absatzmärkte und der mauen Konjunktur ein umfangreiches Sparprogramm gestartet und gleichzeitig neue Geschäftsfelder erschlossen. So stärkte Deutz im vergangenen Jahr unter anderem mit der Übernahme der Sobek Group sein Rüstungsgeschäft rund um Drohnenantriebe. Anfang Februar kam zudem der Notstromaggregate-Hersteller Frerk hinzu.
An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die Aktie springt deutlich an und gehört damit zu den stärksten Werten im MDAX. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus inzwischen auf rund ein Drittel. Der Trend stimmt. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen.
(Mit Material von dpa-AFX)
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