Das Analysehaus TD Cowen hat das Kursziel für Strategy deutlich nach oben geschraubt. Die Analysten Lance Vitanza und Jonnathan Navarrete erhöhten ihre Prognose von 385 auf 395 Dollar. Damit trauen sie der Aktie ein Aufwärtspotenzial von mehr als 110 Prozent im Vergleich zum letzten Schlusskurs zu.
Im Zentrum der Analyse steht ein Wechsel in der Kapitalstruktur. Das Unternehmen setzt verstärkt auf sogenannte STRC-Papiere. Dabei handelt es sich um unbefristete Vorzugsaktien mit einer variablen Verzinsung von aktuell 11,5 Prozent. Diese Papiere sind der Kern von Michael Saylors „42/42-Plan“. Dieser sieht vor, über drei Jahre jeweils 42 Milliarden Dollar durch Eigenkapital und festverzinsliche Instrumente einzusammeln.
Bisher hat Strategy in diesem Jahr bereits über fünf Milliarden Dollar durch diese STRC-Instrumente generiert. Während das Unternehmen früher stärker auf die Ausgabe normaler Aktien setzte, nutzt es nun dieses hybride Kapital. Das Ziel: Den Bitcoin-Bestand erhöhen, ohne die Anteile der bestehenden Aktionäre zu stark zu verwässern.
Effizienzsteigerung bei der BTC Yield
Die Analysten haben zudem ihre Erwartungen an der „BTC Yield“ nach oben korrigiert. Diese interne Kennzahl misst, wie effizient Strategy Bitcoin im Verhältnis zur Anzahl der ausgegebenen Aktien ansammelt. Für das Geschäftsjahr 2026 hob TD Cowen die Prognose von 16,7 auf 18,2 Prozent an. Auch für 2027 stieg die Schätzung deutlich von 5,4 auf 9,6 Prozent.
Ein wichtiger Faktor ist dabei die Gewinnschwelle. Laut der Studie liegt diese beim 1,22-fachen des Nettoinventarwerts (NAV). Viele Anleger waren zuvor von einem Wert von 1,0 ausgegangen. Solange Strategy Kapital über der Marke von 1,22 aufnimmt, profitieren die Aktionäre direkt von der Strategie. Die Analysten rechnen außerdem damit, dass das Unternehmen pro Quartal Bitcoin im Wert von etwa vier Milliarden Dollar zukaufen wird.
Widerstand gegen die Verwässerungskritik
TD Cowen tritt zudem der Sorge entgegen, Strategy entwickle sich zu einer „Verwässerungsmaschine“. Kritiker bemängeln oft die hohen Zins- und Dividendenlasten. Die Analysten rechnen jedoch vor: Die jährlichen Verpflichtungen für die Vorzugsaktien liegen bei rund 1,5 Milliarden Dollar. Das entspricht lediglich 2,2 Prozent des Gesamtwerts der aktuell gehaltenen 818.334 Bitcoin.
Selbst ein moderater Preisanstieg der Kryptowährung würde ausreichen, um diese Kosten zu decken. In ihrem Basisszenario geht die Bank davon aus, dass der Bitcoin bis Ende 2026 einen Preis von 140.000 Dollar erreicht. In einem optimistischen Szenario halten die Experten sogar 175.000 Dollar für möglich. In diesem Fall könnte Strategy sogar Bitcoin im Wert von über fünf Milliarden Dollar pro Quartal erwerben.
Wenn die Rechnung von TD Cowen aufgeht, steht Strategy natürlich vor einer massiven Neubewertung. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Strategy fast 1:1 mit dem Bitcoin-Kurs korreliert. Wer also an den Erfolg der Kryptowährung glaubt, sollte weiterhin zu dieser selbst greifen. Strategy ist hingegen als eine Art gehebelte Bitcoin-Wette zu werten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 15:30