++ Das Bitcoin-Comeback ++

Bitcoin: Saylor bricht sein Versprechen – jetzt wird doch verkauft

Bitcoin: Saylor bricht sein Versprechen – jetzt wird doch verkauft
Foto: Travis Ball/Sipa USA/picture alliance
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Philipp Schleu Heute, 10:10 Philipp Schleu

Lange galt das Versprechen als unumstößlich: Strategy verkauft keinen einzigen Bitcoin. Doch nun deutet Gründer Michael Saylor einen Kurswechsel an. Um die Dividende von 11,5 Prozent für die neue Vorzugsaktie STRC zu bedienen, könnte das Unternehmen künftig Bitcoin veräußern. Damit rückt die Firma von ihrem bisherigen Dogma ab, die digitalen Münzen unter keinen Umständen anzutasten.

Seit dem dem Start hat STRC bereits 8,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Um die Ausschüttungen dauerhaft aus den Beständen zu decken, muss der Bitcoin-Kurs jährlich um lediglich 2,3 Prozent steigen. In diesem Fall könnte Strategy auf die Ausgabe neuer Stammaktien verzichten und die Dividenden direkt aus dem Krypto-Portfolio finanzieren.

Der Grund: Ab diesem Schwellenwert generiert das Unternehmen laut Saylor mehr Bitcoin durch Finanzierungsmodelle, als es für die Zinsen verbraucht. Saylor betonte, man werde möglicherweise Bitcoin verkaufen, um den Markt zu „impfen“. Man wolle das Signal senden, dass die Kryptowährung als liquide Reserve für den Cashflow einsatzbereit ist.

Vom Hodler zum Manager

Das „Niemals verkaufen“-Mantra gehört damit der Vergangenheit an. Während das Unternehmen bisher als passiver Tresor für digitale Münzen agierte, fordert die neue Kapitalstruktur mehr Flexibilität. Auch CEO Phong Le unterstrich diesen Wandel. Man werde Bitcoin verkaufen, wenn es für das Unternehmen vorteilhaft sei. Das Ziel bleibe zwar die Anhäufung von Bitcoin, doch die Menge von Bitcoin pro Aktie stehe nun im Vordergrund.

Aktuell hält Strategy 818.334 Bitcoin. Das entspricht etwa 3,9 Prozent der Gesamtmenge und einem Marktwert von rund 66,5 Milliarden Dollar. Allein im ersten Quartal kaufte die Firma fast 90.000 Einheiten zu, gefolgt von weiteren 56.235 Einheiten zu Beginn des zweiten Quartals.

Rote Zahlen durch Buchwerte

Trotz der massiven Bestände liest sich die Bilanz des ersten Quartals auf den ersten Blick düster. Strategy meldete einen operativen Verlust von 14,5 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich dafür sind Marktwertanpassungen durch Preisschwankungen der Kryptowährung. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 12,5 Milliarden Dollar.

Dennoch wuchs der „Bitcoin-Wert pro Aktie“ im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 213.371 Satoshis. Innerhalb von sieben Jahren will die Führung diesen Wert durch die STRC-Strategie verdoppeln. Entsprechend optimistisch zeigten sich die Anleger: Die MSTR-Aktie legte am Dienstag um 1,7 Prozent zu und schloss bei 186,9 Dollar. Zwar blickt das Papier auf ein Plus von 46 Prozent im letzten Monat zurück, liegt aber auf Sicht von sechs Monaten noch knapp 27 Prozent im Minus.

Strategy (WKN: 722713)

Die Anleger scheinen den Strategiewechsel weg vom reinen Ideologen zu befürworten. Auch für das Unternehmen selbst ist dies ein vernünftiger Schritt. Anleger, die an den Bitcoin glauben, sollten dennoch weiterhin zur Kryptowährung selbst greifen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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