Der Energiehunger der Halbleiterindustrie wird zum strategischen Risiko, doch ASML sichert nun die Produktion der nächsten Chip-Generation ab. Gemeinsam mit dem Energieversorger RWE erweiterten die Niederländer am gestrigen Donnerstag ihre Kooperation, um die Werke in Veldhoven langfristig mit grünem Strom aus der Nordsee zu versorgen.
Die Abhängigkeit der Chipindustrie von stabiler und sauberer Energie nimmt massiv zu. Besonders die neuen High-NA-EUV-Systeme von ASML gelten als extrem stromintensiv. Um dieses operative Risiko zu minimieren, vertieften ASML und RWE am gestrigen Donnerstag ihre bestehende Kooperation. Die Partner erweiterten den seit dem Jahr 2021 bestehenden Stromabnahmevertrag (PPA) auf eine installierte Leistung von rund 130 Megawatt und verlängerten die Laufzeit um weitere zwölf Jahre.
Diese 130 Megawatt entsprechen rechnerisch dem Jahresbedarf von rund 100.000 durchschnittlichen Haushalten. Ab dem Jahr 2028 fließen diese zusätzlichen Kapazitäten aus Offshore-Windparks in der Nordsee direkt nach Veldhoven. Für ASML bedeutet dieser Schritt vor allem Planungssicherheit bei den Betriebskosten in einem volatilen Marktumfeld. Der Strom stammt unter anderem aus dem Projekt OranjeWind, einem Gemeinschaftsvorhaben von RWE und TotalEnergies in der niederländischen Nordsee. Die Bauarbeiten auf See starten im Jahr 2026, während die Partner die volle Inbetriebnahme für Anfang 2028 planen.
Der neue PPA umfasst zusätzlich Lieferungen aus dem belgischen Offshore-Windpark Northwester 2 sowie aus der niederländischen Onshore-Flotte von RWE. Für RWE belegt die Vereinbarung die Strategie, die Industrie direkt mit grünem Strom zu versorgen. Ulf Kerstin, Chief Commercial Officer bei RWE Supply & Trading, betont, dass die zunehmende Digitalisierung zu einem deutlich höheren Strombedarf führt. Durch große Offshore-Projekte decke RWE diesen Bedarf zuverlässig.
Schon heute versorgt der Konzern zahlreiche führende Technologieunternehmen in Europa und den USA mit CO2-frei erzeugtem Strom. RWE profitiert dabei von der festen Abnahbezusage über die kommenden zwölf Jahre, was die Finanzierung neuer Großprojekte erleichtert. ASML wiederum stellt durch den Vertrag sicher, dass die Werke in den Niederlanden auch bei steigender Auslastung der Halbleiterfertigung stabil versorgt bleiben.
Die Kooperation zwischen ASML und RWE sendet ein starkes Signal für die industrielle Zusammenarbeit in Europa. Durch die langfristige Partnerschaft sichert sich ASML planbare Konditionen für die kommenden zwölf Jahre. RWE festigt derweil die eigene Position als verlässlicher Partner für die Tech-Industrie. Sowohl ASML als auch RWE sind laufende Empfehlungen von DER AKTIONÄR – Anleger bleiben bei beiden Titeln entspannt an Bord.
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