Apple bläst zur Aufholjagd im vernetzten Zuhause. Am 13. Oktober plant der Tech-Konzern aus Cupertino eine umfassende Produktoffensive im Smart-Home-Segment. Für den neuen Vorstandschef John Ternus, der den Spitzenposten am 1. September übernommen hat, ist der Schritt die erste echte Bewährungsprobe.
Der Grund: Trotz jahrelanger Versuche hinkt Apple den Rivalen Amazon und der Google-Mutter Alphabet in diesem Segment hinterher. Der erste HomePod aus dem Jahr 2018 war zu teuer, der günstigere HomePod mini aus dem Jahr 2020 schlug sich zwar besser, brachte aber nicht den erhofften Durchbruch. Nun soll eine neue Hardware-Generation das Blatt wenden.
Display-Hub als neue Steuerzentrale
Im Mittelpunkt der Strategie steht ein neues Steuerungsgerät mit dem internen Codenamen J490. Der Hub besitzt ein rund 6 Zoll großes, quadratisches Display. Das Design der Tischvariante erinnert mit seinem runden Sockel und einem beweglichen Metallarm an den legendären iMac G4 aus dem Jahr 2002. Eine zweite Version (Codename J491) ist für die feste Wandmontage vorgesehen.
Beide Varianten besitzen keinen Akku und müssen dauerhaft per USB-C-Kabel am Stromnetz bleiben. Während Apple auf eine Rückkamera verzichtet, sitzt auf der Vorderseite eine FaceTime-Kamera für Videotelefonie und Personenerkennung. Nähert sich ein Bewohner, blendet das System automatisch dessen persönliche Daten wie Termine oder Notizen ein. Erkennt das Gerät Gäste, schaltet es in einen geschützten Modus.
Flankiert wird das neue Steuerdisplay von Updates für die bestehende Hardware. Der kompakte HomePod mini erhält seine erste technische Überarbeitung seit dem Marktstart im Jahr 2020 und kommt in neuen Farben wie Grün und Pink. Auch die Streamingbox Apple TV bekommt ihren ersten neuen Prozessor seit 2022.
Entsprechend rüstet Apple bei der Rechenleistung auf. Die neuen Chips sind notwendig, um die überarbeitete Software Siri AI direkt auf den Geräten auszuführen. Das System basiert auf modernen Sprachmodellen, die Apple unter anderem mit Hilfe von Google entwickelt hat. Die KI soll gesprochene Befehle im Haushalt deutlich präziser umsetzen als die bisherige Sprachsteuerung. Verzögerungen bei der KI-Entwicklung hatten den ursprünglichen Zeitplan um rund ein Jahr nach hinten verschoben.
Roboter-Arme und Sensoren in der Pipeline
Hinter den Kulissen arbeitet der Konzern bereits an der nächsten Generation. In der Entwicklung befindet sich ein teureres Display-Modell mit einem 9 Zoll großen Bildschirm. Dieser sitzt auf einem motorisierten Roboterarm, der sich um 360 Grad drehen kann und den Nutzern im Raum folgt.
Zudem plant Apple einen diskreten Raumsensor unter dem Codenamen J450. Das Gerät soll erkennen, in welchen Zimmern sich Personen aufhalten, verzichtet aus Datenschutzgründen jedoch bewusst auf eine klassische Videoaufzeichnung.
Apple greift im Wohnzimmer spät an, dafür aber mit hohem Aufwand. Amazon und Google haben sich über Jahre mit günstigen Echo- und Nest-Geräten in Millionen Haushalten festgesetzt. Apples Erfolg hängt nun daran, ob die neue Siri AI im Alltag stabil funktioniert und die Nutzer echten Mehrwert in der Vernetzung sehen. Für den neuen Chef John Ternus steht gleich zu Beginn viel auf dem Spiel: Scheitert die Offensive, droht Apple im Zukunftsmarkt Smart Home den dauerhaften Anschluss zu verlieren.
Apple greift im Wohnzimmer spät an, dafür aber mit hohem Aufwand. Amazon und Google haben sich über Jahre mit günstigen Echo- und Nest-Geräten in Millionen Haushalten festgesetzt. Apples Erfolg hängt nun daran, ob die neue Siri AI im Alltag stabil funktioniert und die Nutzer echten Mehrwert in der Vernetzung sehen. Anleger bleiben an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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